Wegen schlechten Wiegens angezeigt
Die Überschrift klingt eigentlich als wäre sie dem Mittelalter oder der Neuzeit entsprungen, als Streit um Gewichte auf den Marktplätzen an der Tagesordnung war. Tatsächlich wurde sie aber in der TT im Dezember 1954 abgedruckt. Die Polizeidirektion in Innsbruck meldete, dass mehrere Innsbrucker Kohlehändler ihre Ware unter falschen Angaben der Gewichte verkauften. Die Händler erklärten, dass die Diskrepanzen durch Unachtsamkeit beim Abwiegen entstanden waren, die Polizei erstattete dennoch acht Anzeigen wegen Betrugsverdacht bei der Staatsanwaltschaft. Damals war der Kohlepreis allerdings auch per Gesetz geregelt; somit wurden fünf der betreffenden Händler auch wegen Missachtung dieser Regelung angezeigt.
Damit sein Ruf nicht durch die skrupellosen Geschäftspraktiken der Konkurrenz ebenfalls geschädigt wurde, versandte der Kohle- Koks- und Holzlieferant Engerisser die oben gezeigten Kärtchen. In ihnen stellte er fest, dass seine seit 1885 bestehende Firma ihre Kunden stets mit dem vollen Gewicht an Kohle versorgt hatte. Um dies zu belegen, legte er einen Schrieb der Polizei bei, welcher belegte, dass bei der Überprüfung seiner Brennstoffe keine Unregelmäßigkeiten gefunden worden waren.
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(Signatur Div-5115)