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Turmbau Zu Kranebit

Turmbau zu Kranebit

Dank des freien Blicks zum spätwinterlichen Kofel können sich Ortskundige schnell orientieren. Die Frage an die Runde sucht daher nicht nach dem Standort sondern nach der Funktion dieser beiden Türme, die ein wenig wie die Befestigung eines Gallischen Dorfes wirken, hier so um 1920 noch gestanden sind und, weil das Denkmalamt nichts dagegen hatte, selbiges heute nicht mehr tun.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare
  1. Zur Orientierung im Gelände findet man in diesem Beitrag einen Gegenschuss von 1935:
    https://innsbruck-erinnert.at/wie-im-wilden-westen/

    Von den beiden äußerst archaisch anmutenden Zwillingstürmen scheint damals schon keine Spur mehr vorhanden gewesen zu sein…..

    Nachdem eine touristische Funktion nur schwer denkbar ist, muss es sich wohl um ein technisches Bauwerk handeln, erste Assoziation: vielleicht im Zusammenhang mit einer Schotter- und Kiesgewinnung…… Ein Kalkofen wird wohl auszuschließen sein.

  2. Denkbar wäre auch ein Zusammenhang mit der Baustelle der Mittenwaldbahn….
    Hierzu wurden ja große Mengen an Baumaterialien wie Kalk, Zement und dergleichen benötigt.

    Auf Grund von Vergleichsaufnahmen aus Italien würde ich die Zwillingstürme doch für Kalk- oder Zementbrennöfen halten, vgl. dazu folgende Bilder von runden und viereckigen Kalköfen im Veneto mit einer ganz ähnlichen Mauerstruktur:
    https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationBilder?lokationid=8489&recurse=1

    Die seitlichen Rampen wären dann Beladungsvorrichtungen für die Anlieferung der Rohstoffe.

  3. Ist das sicher Kranebitten oder evtl noch Peerhofsiedlung? Hinter der Peerhofsiedlung hatte es einen Steinbruch gegeben, wo sogar mal eine Standseilbahn hinauf fuhr. Martin Schönherr könnte hier mehr wissen
    Mittenwaldbahn und Kalkbrennöfen mag ich jetzt aber auch nicht widersprechen, das Viadukt scheint schon zu existieren, wenn man die Höttinger Au und Wilten West anpeilt.
    Um auf den Gegenschuss aus den 1930er zu kommen, von der Peilung der Straße her könnte das schon die Schottergrube/Steinbruch im Hintergrund sein.

  4. Der bogenförmige Weg, der dann jäh nach Norden abknickt, ist sicher die heutige Technikerstraße mit der J. Stapf Str. Die Stapfstraße zielt ziemlich genau auf das östliche Ende oder Beginn der Peerhofsiedlung.

    Die Bauernhöfe jenseits der Bundesstraße sind alle Stück für Stück vom Flughafen verschlungen worden. Das dunkle Band ist der dortige Gießenbach. Am Ende der dnklen Linie ist heute etwa das östliche Ende der Landebahn.

    Die Türme standen wohl genau oberhalb der heutigen Universitätsgebäude. Also am oder nahe dem Westende der Peerhofsiedlung.

    Da mir kein Vorläufer des Playcastles bekannt ist, wird es wohl mit den Kalköfen seine Richtigkeit haben.

      1. Zwar rechteckig statt rund, aber die Funktion ist die selbe: Zweckmäßig an den steilen Hang gebaut, sodaß sich das Erdgeschoß am oberen Ende befindet, und eine ebene Brücke zum Befüllen ermöglichte.
        Dass der Mühlauer Kalkofen den Peer’schen um Jahrzehnte überlebte, kann tatsächlich mit einer temporären Nutzung im Zuge des Baus der Mittenwaldbahn zusammenhängen.

  5. Könnte der markante Grashügel in der Bildmitte vor den Türmen der Spitzbühel sein wo heute die St. Georgskirche steht?
    Dann wäre der Standort im Bereich der Peergrube.

  6. Der geschwungene Feldweg im Hintergrund ist der östliche Beginn der heutigen Technikerstraße – daher liegen die Öfen weiter westlich.
    Auf dem 1940 Luftbild sieht man ca. 140m nördlich des Eingangs zur heutigen Hundepension bzw. 30m südlich der Mittenwaldbahn (in der Gegend des Klettergartens) auf Höhe des Knappentalhofs zwei kreisförmige Schatten mit ja ca. 5m Durchmesser auf einer Art Plattform. Das müssten die Reste dieser beiden Kalköfen sein.
    Der markante Hügel im Hintergrund dürfte irgendwann zwischen 1940 und 1970 durch den Schotterabbau auf den Peergründen abgetragen worden sein.

  7. Wenn man die historischen Karten Tirols untersucht, dann lässte sich der Zeitraum der Existenz der Kalk(?)öfen auf ca. 1910 bis 1920 einschränken. 1909 war noch nicht dort eingetragen, 1931 und 1939 hingegen schon. Später dann wieder nicht mehr. Daraus würde ich einen Zusammenhang mit dem Bau der Mittenwaldbahn herstellen.
    Da die Mittenwaldbahn für ihre Brücken und Tunnelauskleidungen viel Beton benötigten, wäre nicht auszuschließen, dass man damals dort Zement gebrannt hat, immerhin sahen die ersten Zementofen auch ähnlich aus (keine Drehrohrofen, wie heute – s. Wappen von Schwoich). Wenn dem so wäre, ist natürlich die Frage, woher der Mergel kam, zumal bereits Zementwerke in Endach, Eiberg und Kirchbichl exisiterten. Aber vielleicht hat sich für dieses Projekt eine temporäre Außenstelle rentiert, die dann als Baustelleeinrichtung in Vergessenheit geriet. Raíbler Schichten treten jedenfalls in Zirl und Thaur zu Tage, evt hat man auch hier in Kranebitten was gefunden, was man für diese Baustelle restlos ausbeutete und damit waren die beiden Öfen amortisiert und dem Verfall preisgegeben.

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