Touchézeichnung in Wilten-Ost
Bei den Betrachtungen der Stadtvedute von Wilten-Ost kann einem Wahlveldidener schon einmal das Geimpfte aufgehen. Natürlich nicht, weil früher alles besser war aber vielleicht weil der chronische Geldmangel der Jahre vor 1970 irgendwie das Gröbste verhindert hat, was dann in den Jahren des postolympischen Geldmangels ab 1980 so von privaten Entwicklern in die Gassen gestellt wurde.
Wenn Sie Lust haben mitzuraten, wann dieses Bild entstanden ist, können Sie gern einen Tipp abgeben. Zu gewinnen gibt es zwei Eintrittskarten für die Innsbrucker Architekturbiennale für öffentliche Selbstkritik, die ich seit gefühlt 22 Jahren mit Arno Ritter plane aber zu der es aus den verschiedensten Gründen noch nie gekommen ist.
Gezeichnet hat diese detailreiche Tuschearbeit der eher als Gestalter von Mosaiken und Wandmalereien im öffentlichen Raum, in Kapellen und auf Gräbern bekannt gewordene akademische Maler Richard Kurt Fischer aus Götzis, dessen Lebensmittelpunkt dann Innsbruck wurde. Das Original hängt bei uns im Lesesaal.
Der Künstler erzeugt mit der Dach-und Fassadenlandschaft ein Architektur-Wimmelbild ganz ohne die Menschen, die dieses hübsche Durcheinander bewohnen. Kein Auto, keine Wäscheleine ist zu sehen. Die Genauigkeit der Häuserdarstellung korrespondiert nicht mit jener der dazwischen platzierten Baumkronen; der Schanzenberg ist auch viel zu hoch geraten.
(Bi-352)
Daumen mal pi: Nach 1967 – aber vor 1972.
Anhaltspunkte: Die Brücke über die Sill zum Berg Isel Autobahntunnel steht schon.
(Ebenso der „Vatikan“ (die Wohnhäuser direkt über der Bahn nördlich des Wiltener Stiftes)
Aber:
Am Tunnelwestausgang wird noch gebaut. Und ich glaube im untersten Bereich der Ferrariwiese die damaligen Arbeiterunterkünfte zu erkennen.
Ach so, den Standpunkt des Zeichners habe ich Ihnen noch nicht genannt . Natürlich HOCHHAUS, Salurner Straße, deshalb hat er auch die beiden Schulen – damals Madlhauptschul‘ und Knabenvolks- und -hauptschule Wilten – jeweils mit ihrer Rückseite im Vordergrund.