Schon wieder ein Spaziergang am Inn
Wir sind jetzt schon mehrfach am Inn spazieren gegangen. Meist mit Blick auf die Hochwasserschutzverbauung. Aber auch auf die öffentlichen Grünstreifen daneben. Wir sind gewohnt, dass wir hier schöne und gepflegte Promenaden und getrennte Radwege vorfinden. Es verblüfft mich immer wieder, dass das vor ganz wenigen Jahrzehnten noch überhaupt nicht der Fall war.
War das weil noch weniger Bedarf an Radwegen bestand? Oder hat die schwächere Hochwasserverbauung immer wieder zu Verwüstungen geführt?
Heute sind wir etwas östlich des Waltherparks. Links „drüben“ sehen wir ein Haus, das wir kennen. Sehen wir links einen Vermesser und die ersten Baumaschinen? Egal.
Ich bin nicht vermessen genug nach den Autotypen zu fragen. Aber anhand der vor allem am orographisch rechten Innufer erahnbaren Fahrzeugen könnte man eine grobe Datierung versuchen: Mitte der 1960er?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-4757)
Zur Frage mit den Radwegen: der Bau des Schutzdammes und des Radwegs am Herzog-Otto-Ufer war eine der großen Maßnahmen im Rahmen des „Verkehrskonzepts 1989-91“. Die bis zu vierspurige Einbahnstraße war seit dem misslungenen „Generalverkehrsplan 1976“, das fast zur Auflassung der Straßenbahn geführt hätte und dem Autoverkehr innerstädtisch viel Platz schaffte (wir kennen wohl alle die Bilder aus dieser Zeit von mehrspurig zugestauten Innenstadtstraßen), eine Hauptroute für den Autoverkehr Richtung Westen. Als Hauptroute Richtung Osten diente die ebenfalls bis zu vierspurige Route Marktgraben-Burggraben-Museumstraße. Im Verkehrskonzept wurde die Stadtautobahn Herzog-Otto-Ufer durch zwei Richtungsfahrspuren in Minimalbreite ersetzt und innseitig ein Schutzdamm mit Fußweg und Zweirichtungsradweg gebaut. Effektiv wurden dort zwei Fahrspuren für den Autoverkehr gestrichen und in der Achse Marktgraben-Museumstraße alle vier. Das war die Geburtsstunde einer heute vielgenutzten Radwegachse und der heute störungsfreien, wieder in beide Richtung befahrenen Tram-, Bus- und Fahrrad-Achse Museumstraße. Alles zusammen ein großer Wurf für den Umweltverbund und die Zurückdrängung des Autoverkehrs und ich hoffe, dass in nächster Zeit noch einige solcher Maßnahmen gelingen.