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Rundblick Vom Hochhaus

Rundblick vom Hochhaus

Der Bau des von Lois Welzenbacher entworfenen EWI-Hochhauses am Bismarckplatz sorgte zu Ende der 1920er-Jahre für starke Kontroversen. Die Argumente der Kritiker glichen jenen, die bereits einige Jahre zuvor gegen die Verbauung der Zelgergründe ins Treffen geführt worden waren. Man fürchtete um das Stadtbild und insbesondere um die Triumphpforte, die von dem geplanten „Wolkenkratzer“ erdrückt werde. Allen Widerständen zum Trotz wurde Welzenbachers letzter Entwurf – im Gegensatz zum Holzmeister-Plan von 1921 – schließlich doch realisiert. Und siehe da, „das Hochhaus“ wurde bald zu einem neuen Innsbrucker Wahrzeichen.

Der Ihnen bereits bestens bekannte Hobbyfotograf Gottfried Newesely scheint keine Vorbehalte gegen dieses Bauprojekt gehabt zu haben, denn er machte sich bereits kurz nach der Fertigstellung mit seiner Kamera auf den Weg, um die Aussicht vom Hochhaus mit seiner Kamera festzuhalten. Und dabei entstand eine kleine Fotostrecke, die wir Ihnen heute vorstellen möchten. Auf unserem Titelbild blicken wir in Richtung Westen und sehen u.a. das Winklerhaus, die Triumphpforte, die Hauptpost und den Gasthof „Goldene Krone“.

Wir wandern weiter nach Nordwesten und schauen nun in Richtung Hötting. Vor uns sehen wir die Servitenkirche und die Hinterhöfe der östlichen Häuserzeile der Maria-Theresienstraße.
Nun blicken wir nach Norden und erkennen in einiger Entfernung die markanten Türme der Altstadt. Vor uns sehen wir das Areal des heutigen Landhausplatzes mit der Welser- und der Fuggergasse (den Verlauf der letzteren können wir von unserem Standort aus freilich nur erahnen), wo wir bereits gestern zu Gast waren.
Bemerkenswerterweise fehlt in dieser kleinen Serie der Blick nach Osten. Stattdessen richtet Gottfried Newesely seine Kamera gleich nach Süden, wobei einem neben den Betriebsanlagen des Hauptbahnhofs vorallem die verschiedenen Schlote auffallen …
Unseren Blick in Richtung Serles gerichtet, geht diese kleine Fotostrecke zu Ende. Auffallend sind die Werbeaufschriften, etwa für die „Autounternehmung“ des Leo Bayr, der sein Geschäft in der Maria-Theresienstraße hatte, im Hof unter uns. Auch scheint es so, als ob bei einer Wiltener Familie gerade Großwaschtag war…

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Gottfried Newesely)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Irgendwer muss ja einmal mit dem Kommentieren beginnen. So viel gäbe es zu sehen! Aber es stimmt schon: Wo anfangen? Ich packe es von hinten, mit etwas Nebensächlichem vielleicht (allerdings nicht für mich – davon aber später!): Warum, Herr Egger, haben Sie beim Leo Bayr „Autounternehmung“ geschrieben, also unter Anführungszeichen, und wissen Sie, wo dieser in der Maria-Theresien-Straße war?

    1. Leo Bayr hatte lt. Adressbuch 1929 seinen Firmensitz in der M.-Th-Str. 34 (wohnhaft war er in der Pradlerstr. 18). Autounternehmung habe ich deshalb unter Anführungszeichen gesetzt, da es sich um die zeitgenössusche Bezeichung handelt. Heute würden wir vermutlich eher von einem Verkehrsbetrieb oder Busunternehmen sprechen, betrieb Bayr doch seit Oktober 1926 eine Buslinie zwischen Innsbruck und Fulpmes.

  2. Oh, danke Herr Egger für die so rasche Antwort! Warum ich mich für die Firma Leo Bayr besonders interessiere, haben sie schon selbst in Ihrer Antwort angedeutet: Er wohnte in der Pradlerstraße 18, er war also unser unmittelbarer Nachbar! Ich kannte Leo Bayr sen. noch persönlich, ich durfte viel in seinem großen Garten mithelfen und hatte ihm auch viel zu verdanken! Er hatte zu dieser Zeit (1945 plus) seinen Betrieb, so glaube ich, schon eingestellt (seine Konzession ins Stubai hatte er ja schon sehr viel früher den IVB übergeben, die Fahrzeuge wurden ihm von der Wehrmacht weggenommen), er besaß aber noch einen Bus, mit dem er in den letzten Kriegsmonaten sich und die Nachbarn schon vor den Fliegeralarmen hinunter in die Heimgartl-Stollen brachte!
    Pradlerstraße 18 war ja früher einer der zahlreichen Pradler Bauernhöfe (Baumann), den er irgendwann in den Zwanzigerjahren (??) kaufte und darauf Garagen und eine damals sehr moderne Villa errichtete. Alles ist inzwischen der Spitzhacke zum Opfer gefallen und mit Wohnanlagen verbaut (Furterzaunweg)!
    Diese Villa sieht man übrigens auf dem Beitrag http://innsbruck-erinnert.at/eine-besondere-kleine-kapelle/ recht gut!
    Seine Frau hatte in diesem Haus auch ein Süßwarengeschäft, das sie aber bald nach Kriegsbeginn aufließ. Ich kann mich noch erinnern, dass mir meine Mama hier eine kleine Bensdorpschkolade (ich glaub zu 10 Pfennig) gekauft hat – das war ziemlich die letzte Schokolade, die ich in den Vierzigern noch genießen durfte!
    Ojeh – ich nehme an, dass ich nun von dieser Zeit träumen werde, schöne und ’schiache‘ Sachen!

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