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Patrozinien In Und Rund Um Innsbruck V – Der Hl. Martin Von Tours

Patrozinien in und rund um Innsbruck V – der Hl. Martin von Tours

Einer der wohl bekanntesten und beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche ist der Hl. Martin von Tours. Über dessen Leben sind wir dank Sulpicius Severus, der die Vita Sancti Martini verfasste, relativ gut informiert. Der Vita zufolge war Martin Sohn eines Römischen Militärtribunen und wuchs zwischen Pannonien und Oberitalien auf. Er trat selbst in den Militärdienst ein, laut Vita eher widerwillig. Bereits in seiner Jugendzeit kam er mit dem Christentum in Berührung. An dieser Stelle ist eine zeitliche Einordnung von Bedeutung: Mit der Mailänder Vereinbarung des Jahres 313 wurde die sogenannte Konstantinische Wende eingeleitet und das Christentum zur akzeptierten Religion im Römischen Reich, während die Jahrzehnte zuvor von Christenverfolgungen geprägt gewesen waren. Martin ist um 316/17 geboren, d.h. sein Leben fällt in einen Zeitraum, der vom Erstarken des Christentums im Reichsgebiet geprägt ist.

Eine Episode aus seinem Frühen Leben bildet die wohl bekannteste Geschichte rund um den Heiligen Martin, die sogenannte Mantelteilung: ab 334 war Martin im heutigen Amiens im Norden Frankreichs stationiert, (das röm. Samarobriva in der Provinz Belgica Secunda). Bekanntermaßen teilte Martin, auf dem Pferd sitzend, seinen Mantel mit dem Schwert, um einem frierenden Bettler zu helfen.

Martin wurde erst einige Jahre später getauft, im Jahr 351 – die Erwachsenentaufe war damals üblich. Er erwirkte in der Folgezeit sein Ausscheiden aus der Armee, und soll sich als miles Christi (Soldat Christus‘) dem Schlachtengeschehen enthalten haben. Ihm soll vorgeworfen worden sein, er verweigerte den Militärdienst aus Feigheit, nicht aufgrund des Glaubens. Nach der Entlassung war er rund 40 Jahre alt und lebte daraufhin einige Zeit in asketischer Lebensweise. Um das Jahr 370 wurde er zum Bischof von Tours geweiht. Im Amt soll er sich insbesondere die Christianisierung in der Gegend rund um Tours vorangetrieben haben, indem er nicht-christliche Kultstätten zerstören und sie durch Kirchen und Klöster ersetzen ließ. Auch diese Vorgänge „decken“ sich quasi mit der großpolitischen Lage des Römischen Reichs. Im Jahr 380 wurde durch das Edikt Cunctos Populos von Kaiser Theodosius das römisch-alexandrinische Christentum quasi zur Staatsreligion erhoben, mit einem Edikt aus dem Jahr 392 wurden heidnische Kulte endgültig verboten. Martin selbst verstarb einige Jahre späte im Jahr 397, sein Tod löste große Anteilnahme in der Bevölkerung von Tours aus.

Wie bereits erwähnt, ist Martin nach wie vor einer der beliebtesten Heiligen in der gesamten katholischen, aber auch in der orthodoxen und anglikanischen Kirche. Im Innsbrucker Umfeld ist dem Hl. Martin z.B. die Pfarrkirche Vill geweiht. Diese Kirche wird im Jahr 1397 erstmals erwähnt und hatte, wie im letzten Beitrag erwähnt, ein Ingeniuns- und Albuinspatrozinium. Bereits im Jahr 1407, also knapp nach der ersten Nennung, die wir von der Kirche überhaupt haben, tritt Martin in Erscheinung, ursprünglich als „Nebenpatron“. Nach und nach verdrängt er die beiden anderen. Ob Ingenuin und Albuin heute in der Viller Pfarre Verehrung finden mögen uns Vill-Nahestehende gerne mitteilen – ich habe fertig für heute.

(Bild: Die Mantelteilung des Hl. Martin; Abbildung in der Kriegerkapelle Vill; Fotograf: Franz-Heinz Hye. Stadtarchiv Innsbruck, Ph-7565)

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