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Noch Eine Sichere Investition (I.)

Noch eine sichere Investition (I.)

Heutzutage sind Staatsanleihen für viele Investoren aufgrund ihrer geringen Rendite relativ uninteressant, sicher aber wenig profitabel. In jüngsten Jahren liegt die Rendite der österreichischen Staatsanleihen (erst recht mit der Inflation) im negativen Bereich – Sie dürfen also dem Staat Geld geben, damit Sie ihm Geld leihen dürfen.

Wie würde da eine Anleihe mit einem Zinssatz von 5,5% klingen? Vermutlich beinahe traumhaft und genau eine solche Investition können Sie hier sehen. Was sagen Sie, es ist eine Kriegsanleihe, das Risiko sei wohl höher? Es glaubt hier wohl jemand nicht an den Sieg, den wir für Kaiser und Vaterland in heldenhaftem Ringen gewiss erstreiten werden!

Das waren wohl manche der Anreize für die vielen Menschen, die Ende 1914 die ersten Kriegsanleihen der Monarchie kauften, die Zeitungen bewarben energisch beide Aspekte: Gewinn und patriotische Pflicht. Wie schön, wenn Vaterland und Portfolio mit einer Stimme rufen. Die erste Anleihe brachte dem Staat 2,2 Milliarden Kronen ein, mehr als das Vierfache der Erträge in Friedenszeiten.

Alle beteiligten Staaten waren unter Druck Geld aufzutreiben, doch für die K. u. K. Monarchie galt dies nochmal in größerem Ausmaß. Zu Beginn des Jahrhunderts waren die Militärausgaben verhältnismäßig gering, wobei das Wörtchen verhältnismäßig hier sehr viel ausmacht – 1910 betrugen sie über 15% der Staatsausgaben. In den letzten Jahren vor den Krieg stiegen die Ausgaben dann sprunghaft an bis sie sich mehr als verdoppelten.

Wie auf dem Dokument zu sehen ist, behielt man sich das Recht vor, die Anleihen, die bis 1920 laufen sollten, nach vorhergehender Mitteilung auch verfrüht zurückzubezahlen – ein schönes Zeugnis für den Optimismus des ersten Kriegsjahres.

(Signatur VO-1351)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Danke für diese ironische Darstellung.
    Zynisch merke ich an: Krieg gibt es, solang es Männer gibt, denen Krieg Spaß macht (das ist ein Zitat und ich suche die Quelle gerne heraus, aber ich habe über diese Worte nachgedacht und wenn ich mir so manche Heldengeschichte anhöre oder bedenke wovon viele, viele Filme handeln, klingt das nicht falsch).
    Der Zyniker in mir wartet auf Corona-Aktien.

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