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„No A Schnapsl, Bitte“

„No a Schnapsl, bitte“

Das dürften sich wohl auch die zwei Herren im Hintergrund des Fotos (der Tracht und Kopfbekleidung nach wohl Mitglieder der Salinenmusik Hall) gedacht haben, als sie die abgebildete Marketenderin im September 1934 im Zuge der Landesgedenkfeier zum 125. Jubiläum des Jahres 1809 auf der Ferrariwiese getroffen haben. Nehmen wir uns das heutige Foto als Anlass ein wenig in die Geschichte der Marketenderinnen einzutauchen.

In vielen Söldnerheeren waren Marketenderinnen Teil des Trosses – zunächst auch in der männlichen Form „Marketender“. Dort kümmerten sie sich um die Verpflegung, weitere Dinge des täglichen Lebens und versorgten die Kranken und Verwundeten. Mit der Einführung des stehenden Heeres im 19. Jhdt. erlosch die Stellung der Marketenderin im Heer. In Tirol entwickelte sich die Rolle der Marketenderin allerdings ganz anders – Marketenderinnen waren nie Teil einer Armee. Hierzulande wurden Frauen als Marketenderinnen erst im späten 19. Jahrhundert in Kompanien und Musikkapellen aufgenommen – besonders um bei Festumzügen und Märsche für den Kaiser mitzuwirken. Lange Zeit waren sie auch die einzigen Frauen im Verein. Heutzutage ist die Marketenderin bei Kapellen sowie Schützen nicht mehr wegzudenken. Das als „Panzl“ bezeichnete Holzfass ist mit Schnaps gefüllt, mit welchem die Marketenderinnen Musik, Schützen und Gäste versorgen und damit einen Beitrag zur Vereinskasse leisten.

Als Abschluss noch ein weiteres Foto aus unserem Depot, was mich – selbst Marketenderin einer Musikkapelle – überrascht hat. Denn vor einigen Jahrzehnten waren die Trachten kurz (teilweise sogar nicht einmal knielang) und nicht knöchellang wie heute.

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-18255 & KR-DIA-564)

(Autorin: Sabrina Schober)

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