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Meine Lehrzeit Beim Schlosser Trappmann

Meine Lehrzeit beim Schlosser Trappmann

… in Pradl, so lautet die handschriftliche Notiz auf der Rückseite dieses Fotos aus der Sammlung Kreutz.

Leider werden wir eher nicht herausfinden, wer der junge Mann in der Bildmitte ist, dessen Lehrzeit hier räumlich leicht verdichtet abgebildet ist. In der Mitte sitzt wohl Meister Trappmann höchstselbst. Weil sich die Schlosserarbeit in vielen Aspekten bis heute kaum verändert hat, kennt man alle gezeigten Werkzeuge und Tätigkeiten heute genausogut aus der Schlosserei des Michael „Gassi“ Gassebner oder der Schlosserei des Gilbert „Gilbi“ Wäger.

Spezialität der Produktionsstätte und auf dem Bild auch zu erahnen dürften kunstfertige „altdeutsche“ Firmenschilder gewesen sein, über die dann bald auch ein Bericht in der Zeitung erscheinen sollte

Meister Hannibal Trappmann scheint nicht aus der Gegend zu kommen, zu selten sind Vor- und Nachname hier. Er erscheint deshalb auch im Adressbuch der Stadt Innsbruck mehrere Jahre fälschlich unter Troppmann. 1899 bis 1902 noch als in Wilten lebender Schlosserlehrling, bald als Meister und Eigentümer an wechselnden Pradler Adressen. Schon 1913 verstirbt der in Pradler Radfahrerverein und Männergesangsverein bestens integrierte 53jährige Schlosser. Seine Gattin Elisabeth steht noch knapp 30 Jahre als Schlossermeisters-Witwe im Adressbuch – kein seltenes Schicksal für Frauen, die Männer aus ungesunden Handwerksberufen in Zeiten ohne jede Rücksicht auf Folgeschäden geheiratet hatten.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Vielen Dank für diesen herrlichen und fundiert recherchierten Beitrag, lieber Herr Hofinger! Das Bild ist traumhaft!

    Hannibal Trappmann wurde 1860 in Telve in Welsch-Tirol, genauer in der Valsugana am Fuße des Monte Salubio geboren. Er starb am 19. April 1913 an Vitium Cordis – Todesursache war also ein Herzklappenfehler! So steht es in den Kirchenbüchern von Pradl.

  2. In der Bildmitte sieht man auch ein kunstvolles Stiegengeländer. Gut möglich, dass genau dieses Geländer in einem alten Haus wie z.B. in Pradl oder Wilten noch vorhanden ist!

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