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Glück Auf! (Teil III.)

Glück auf! (Teil III.)

Von der Fron und dem Wechsel, die am Ende des letzten Artikels erwähnt wurden, hatte Kaiser Maximilian die Bergwerke in Hötting befreit. Solche Befreiungen auf teilweise mehrere Jahre waren nicht unüblich, um das Interesse an der kostenintensiven Unternehmung des Bergbaus aufrecht zu erhalten. Unter Ferdinand I. wurden die Bergwerke durch einige Bergrichter und Geschworene „beschaut“, da die Unternehmer mehrere Bitten an den Fürsten gerichtet hatten. Als diese Untersuchung 1532 stattfand, wurde dokumentiert, dass bei einigen Stollen bereits beinahe 360 Meter tief geschürft wurde, in den meisten rund 200 Meter. Später grub man bis über 420 Meter tief.

Einer der Forderungen war eine eigene Bergordnung, die ihnen auch gewährt wurde, nachdem sie bisher eine der Schwazer Ordnungen verwendet hatten. Diese Ordnungen regelten zahlreiche Aspekte des Lebens von allen Personen, die am Bergbau beteiligt waren. Von Arbeitszeiten und Löhnen, über Sambcosten und Feiertage, bis zum Vorgehen bei Verbrechen und Disputen zwischen Eigentümern der Anteile des Bergwerks war alles durch das umfassende Werk geregelt. Die Sambcosten waren die Kosten die die Besitzer der Bergwerksanteile zu tragen hatten – wie in Teil II. erwähnt, Verpflegung, Geräte, Rohstoffe usw. Unter Umständen konnten diese den Ertrag des Bergbaus bis zur Hälfte oder gar zur Gänze auffressen.

Trotz des langen Aufschwunges und der eigenen Bergordnung begann der Bergbau gegen Ende des 16. Jahrhunderts abzunehmen. Zu Beginn der 17. Jh. wurde scheinbar bereits diskutiert, ob er nicht überhaupt gänzlich eingestellt werden sollte. In kleinerem Stil wurde er jedoch noch lange fortgesetzt, und es gab immer wieder abenteuerlich gesinnte Personen, die hofften, irgendwo doch noch auf ergiebige Erzadern zu stoßen – gelegentlich stieß man tatsächlich auch auf vereinzelte Silbervorkommen. Wie in dem hier zusehenden Artikel aus dem Boten für Tirol und Vorarlberg erwähnt wird, gab es Mitte des 19. Jh. Versuche, denn Bergbau wiederzubeleben, allerdings letztlich ohne Erfolg. Während des 2. Weltkrieges dienten die verlassenen Stollen schließlich als Versteck.

Team Stadtarchiv

(Link zum Digitalisat des Zeitungsartikels – https://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/563500?name=8%201111869%201869%20Nr%208%2011%20J%C3%A4nner)

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