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Martin Spörr – Komponist Und Dirigent Mit Innsbrucker Wurzeln

Martin Spörr – Komponist und Dirigent mit Innsbrucker Wurzeln

Der Komponist Martin Spörr wurde als Sohn des gleichnamigen Schuhmachers und der Maria Schindl 1866 in der damals noch eigenständigen Gemeinde Wilten geboren (unser Titelfoto zeigt ihn im Kreis seiner Familie). Aufgrund seiner musikalischen Begabung lernte er schon als Kind Waldhorn, Posaune und Kontrabass an der Musikschule, damals „Schule des Innsbrucker Musikvereins“. Laut den Innsbrucker Nachrichten behandelte er bei einem Konzert das „ungefügige Horn mit einer gewissen Sicherheit“. Seine Leistung „berechtigte zu den besten Hoffnungen“. Diese sollten sich erfüllen. Nach dem Studium in Wien wurde er Hornist im damaligen Orchester des Innsbrucker Stadttheaters. 1888 taucht Spörr schon auf einer Lehrerliste der Musikschule auf. Das Schulgeld betrug damals für 2 Monate 20 Gulden. Wie der damaligen Presse zu entnehmen ist, war Martin Spörr nebenbei noch Dirigent des Innsbrucker Zitherklubs. Die vereinseigene Zitherschule besuchten im Jahre 1893 sagenhafte 44 Schüler!

Das Geburtshaus von Martin Spörr in Wilten (Leopoldstraße).

Aus Anlass der Eröffnung der Tiroler Landesausstellung 1893 wurde Spörr beauftragt, ein Orchester zusammenzustellen. Dieses gelang ihm, indem er 27 Musiker verpflichten konnte und die Erlaubnis bekam, das Ausstellungsorchester in der Folge in eine Städtische Musikkapelle umzuwandeln. Dadurch war das Städtische Orchester, welches sich zum Innsbrucker Symphonieorchester und weiter zum Tiroler Symphonieorchester Innsbruck entwickelte, aus der Taufe gehoben. Bis zu seiner Berufung nach Graz im Jahre 1899 und seines weiteren Werdegangs zum Chefdirigenten der Wiener Symphoniker war er Dirigent des Innsbrucker Orchesters.

Sein Talent war neben dem Dirigieren auch die Organisation von Konzerten welches er in der Arbeit für die Wiener Konzertdirektion Vindobona hervorheben konnte. Dagegen war er mit seinen Kompositionen leider weniger erfolgreich. Zu seinen Werken zählen eine Oper, Symphonien, kleinere Kompositionen aber auch Vertonungen aus des „Knaben Wunderhorn“. In seinem Nachlass, der im Innsbrucker Stadtarchiv verwahrt wird, finden sich einige Partituren und Originalhandschriften von Spörr, die es sich (vielleicht) verdienen würden, wieder einmal oder auch erstmalig (?) aufgeführt zu werden …

Martin Spörr in seiner Bibliothek, umgeben von seinen musikalischen Heroen Beethoven und Mozart.

Martin Spörr, mit dem Professorentitel geehrt, verstarb 1937 in Gallspach in Oberösterreich.

Manfred Mingler

(StAI, Nachlass Martin Spörr bzw. Ph-M-24478)

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