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Letzter Halt Schrottpresse?

Letzter Halt Schrottpresse?

Der Abschied von der alten Hungerburgbahn liegt nun ja schon einige Jahre zurück. Nostalgiker müssen dieser Tage dennoch ganz stark sein. Nach dem Ende der Bahn in ihrem natürlichen Habitat wurde eine der beiden Fahrgastkabinen im Jahr 2005 verschrottet, die andere in Jenbach bei der Achenseebahn aufgestellt. Wie der Tiroler Tageszeitung zu entnehmen ist, wird nun auch diese letzte verbliebene Kabine in nächster Zeit in der Schrottpresse landen. Klar passt dieses kleine Rote nicht so einfach in einen Kleiderschrank, auch in den meisten Gärten (Hanglage erforderlich!) würde es wohl knapp – aber dennoch, dass sich nicht irgendwo ein schönes Plätzchen gefunden hat, oder man sie in einem Kunstprojekt re-, um- bzw. up-cyclen konnte, ist irgendwie auch ein trauriger Gedanke…

(Ph-G-26048)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Hätte ich was zu sagen hier im Botanischen Garten, hätte dieses Relikt seinen Platz.
    Mehr als eine Punktekarte konnten wir uns nicht leisten und so haben wir Kinder bei unserern Rodelabenteuern die schon gezwickten Löcher wieder zu gerubbelt und in unseren behandschuhten Händen dem Kartenzwicker zitternd hingehalten und (DANKE!) die nächste Fahrt war sicher. Das ist meine persönliche Erinnerung.
    Hier im Garten sehe ich z.B. ein Saisonales Cafe im Inneren, vielleicht eine kleine Terasse außen herum…
    You may say I’m a dreamer – but (maybe) I’m not the only one

  2. An sich bin ich ja dafür, daß man die übriggebliebene und sinnlos gewordene Eisenbrücke über den Inn endlich entfernt.

    Aber man könnte jetzt das Wägelchen dort wieder draufstellen, repatriieren sozusagen. Zum Fotografieren, heimlichen Tränenverdrücken, und – ganz wichtig für die Gesundheit der Seele – zum „Ja, das waren noch Zeiten!“ sagen.

    (Das Ganze mein ich jetzt nicht ernst. Die Polizei hätte allein mit den auf haarsträubendem Weg dort hin gelangenden Partykindern alle Hände voll zu tun. Aber je länger ich nachdenk…möglich wäre es schon und passen täts auch)

    1. Ein kombiniertes Verkehrsdenkmal aus Brücke und Kabine – das ist ja wirklich eine fantastische Idee Herr Hirsch. Wird aus Ihnen am Ende noch ein Hungerburgbahnnostalgiker? 😉 Vielleicht könnte man da auch noch gleich Herrn Ritzenfelds Idee eines Cafés einbinden. Schwebend über dem Inn…

    2. Gute Idee, würde auch zum Jugendkulturzentrum in der alten Talstation passen.
      Man muss es ja nicht mitten auf die Brücke stellen, einige Meter von der Talstation entfernt würde reichen und da ließe sich ein sicherer Zugang schon bewerkstelligen.

  3. HAb grade in der heutigen TT gelesen, daß es in Jenbach Reste einer geschenkten Appenzeller Bahn gibt, die man aus Knauserei verrotten hat lassen und jetzt verschrottet, Wahrscheinlich hat da so ein Licht gesagt, die Hungerburgbahn könnts a mitnehmen, erhöht den Erlös aus dem Schrottpreis. Gewinn! Gell?

    1. Naja, die Appenzeller Wagen waren eine Fehlinvestition von einem alten GF. Die Fahrzeuge sind für die Steigung nicht zugelassen, und verfügen über ein anderes Zahnrad-System, welches nicht ganz kompatibel mit die Achenseebahn ist. Nach dem Umbau der Fahrzeuge wäre dies ein wesentlicher Eingriff in die Fahrzeugtechnik, was keine Wiederzulassung sondern eine Neuzulassung nötig machen würde – nach aktuellen Eisenbahnstandards (Brandschutz etc), was knapp einem Neubau der Fahrzeuge gleich kommen täte.
      Zwar zerstört man in Jenbach nun den Titel „Älteste nach ursprünglichem System angetrieben Zahnradbahn der Welt“, indem man auf Ölkocher umbaut, aber eine Oberleitung über der Bahn hätte die Attracktivität für Eisenbahnfreunde noch mehr sinken lassen. Als öffentliches Transportmittel ist die Bahn eher wirklich uninteressant. Auch würde die Achenseebahn finanziell heute nicht ganz so schlecht dastehen, wenn man nicht die Fahrzeuge gekauft hätte. Wenn ich das der Zeitung auch richtig entnommen habe, ist sogar ein Gerichtsverfahren gegen den alten Geschäftsführer anhängig, dass er ohne Genehmigung des Aufsichtsrates die Fahrzeuge gekauft hat (kA, ob das schon abgeschlossen ist).
      Auf jeden Fall zeigt der aktuelle Fall Achenseebahn, wie wenig viele Leute in Österreich für Technikgeschichte übrig haben. Alles was man nicht an die Wand nageln kann und Touristen im großen Stil belustigt…
      Zur Hungerburgbahn lässt sich aber auch sagen, dass dies ein nicht sonderlich geschichtsträchtiges Standard-Hüttal aus Anfang der 1980er Jahre ist, von denen es einige viele gab und gibt (Rosshütte, Axamer Lizum..). Aber da hat man schon mit dem Bau der neuen Hungerburgbahn den Fehler gemacht, anstatt die alte Bahn ähnlich vielen anderen Standseilbahnen zu modernisieren und die historisch interessante Substanz zu bewahren (und auch der Brücke einen Sinn zu lassen).

      1. Ja, sicher, man kann noch immer mit der „Hungerburgbahn“ auf den Hoadl fahren, aber der lokalen Gesamterinnerung, wenn ich das unbeholfen so nennen darf, würde das Standardhäusl doch zusammen mit der alten Rampe ein Stück Innsbrucker Geschichte sein. Aber Sie haben recht, das ist kein ultralauter Event, der ungemein viel Schpaaaaaaß macht, also weg damit. Sogar die alte Achenseebahn, die die Schweizer umgekehrt sofort werbeträchtig irgendwo aufstellen würden, wenn man sie ihnen schenkte, bleibt von drohenden Einstellungsgedanken nicht verschont.
        Und wie immer danke für die Insider Informationen. Die TT hat das wieder so geschrieben, daß man sich zuerst einmal aufregt.

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