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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Josef Schwammberger (I.)

Josef Schwammberger (I.)

Meldeblatt

Schwammberger Josef

geb. Brixen am 14.02.1912

NSDAP-Mitglied 01.05.1933 bis zum Verbot 1934 und April 1939 bis 1945

SS-Mitglied 01.05.1933 bis zum Verbot 1934 und Januar 1939 bis November 1939 / Dienstgrad Rottenführer, ohne tatsächliche Funktion.

Kriegsdienstleistung von 13.11.1939 bis Mai 1945

2 unversorgte Kinder

Funktion in der NSDAP: Keine

Das sind die Angaben, die sich im Meldeblatt Josef Schwammbergers aus den NS-Registrierungsakten im Stadtarchiv finden. Gegen diese Meldung wurde von der Österreichischen demokratischen Freiheitsbewegung Einspruch erhoben, da Schwammberger von der Gauleitung Tirol-Vorarlberg zur Verleihung der Erinnerungsmedaille an den 13.3.38 eingereicht worden sei – somit könne er nicht während der Verbotszeit ausgetreten sein. Zu einer Stellungnahme aufgefordert, machte Schwammberger folgende Angaben:

Das mir vorgelegte Meldeblatt stimmt mit dem von mir abgegebenen überein.

Ich habe Österreich Anfang Juli 1933 verlassen und mich nach Deutschland begeben.  Von meiner Ausreise bis Oktober 1935 war ich Angehöriger der österreichischen Hilfswerklagers [Lechfeld]. Als ausgereister Österreicher musste ich in dieses Hilfswerklager gehen. Ich konnte es erst verlassen, als ich im Oktober 1935 eine Stellung beim Reichsarbeitsamt Berlin bekam. Von dort aus erhielt ich meinen Posten bei den Heinkel-Flugzeugwerken in Rostock. Im Januar 1939 kam ich nach Österreich zurück. Bis zum „Anschluss“ konnte ich in Deutschland noch den damaligen Vorschriften als österreichischer Staatsangehöriger nicht Mitglied der NSDAP sein. Die Mitgliedschaft wurde eingestellt. Nach dem „Anschluss“ lebte sie mit voller Nummer [1,604,495] wieder auf.

Davon, dass ich zur Ostmarkmedaille eingegeben worden bin, weiß ich nichts. Ich habe sie auch nie bekommen. Auch von einer Ausbürgerung ist mir nichts bekannt. Vor meiner Ausreise im Jahre 1933 lebte ich Innsbruck Pembaurstraße 31, nach meiner Rückkehr nahm ich in der Speckbacherstraße 43 Wohnung.

Man ahnt an dieser Stelle wohl bereits, dass der Lebenslauf ein wenig geschönt wurde, aber man würde nicht vermuten, dass es sich hier um den Kommandanten mehrerer Konzentrationslager handelte, der letztlich wegen 25-fachen Mord und Beihilfe zum Mord in 641 Fällen verurteilt wurde. Die tatsächliche Zahl seiner Opfer war dabei noch bedeutend höher.

Die Details seiner Verbrechen werden in den folgenden Artikeln nicht beschrieben. damit sollen seine Taten nicht verharmlost werden. Wenn ein Leser die „Karriere“ Schwammbergers näher verfolgen will, ist das zitierte Buch von Horst Schreiber zu empfehlen.

(StAI NS-Registrierungsakten 239-883; Horst Schreiber: „Liebesverbrechen“, Zwangsarbeit und Massenmord. NS-Täter und Opfer in Tirol, Polen und der Sowjetunion, Innsbruck-Wien 2023, S. 97–129)

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