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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Innsbruck Erinnert „Männlicher Akt“ – Was Ein Körper Erzählen Kann

Innsbruck erinnert „Männlicher Akt“ – Was ein Körper erzählen kann

Das Tolle an der heurigen Barockausstellung ist, dass jedes Bild dazu einlädt, die vielen Details der Zeichnungen zu entdecken. Am besten funktioniert das, indem man sich ganz nahe vor das Bild stellt und mit den Augen allen Linien folgt. Und davon gibt es viele.

Ein solches Augenlooping lässt sich bei der Zeichnung „Männlicher Akt“ von Johann Georg Dominikus Grasmair (1691–1751) besonders gut vollziehen.

Laut Werkbeschreibung ist eine menschliche Figur mit idealen Proportionen abgebildet. Mir fallen zunächst aber weniger die Proportionen ins Auge als vielmehr die Verwinkelungen des Körpers. Durch die Bewegung und Haltung, die diese Figur einnimmt, treten verschiedenste Erhebungen zum Vorschein. Wer sich mit der menschlichen Anatomie auskennt, würde vermutlich sofort erkennen, welche Strukturen hier hervortreten. Für mich ist es eine Mischung aus Knochengerüst, angespannten Muskeln und Sehnen sowie gefalteter Haut.

Der Kopf ist nicht sichtbar. Die Schattierungen, die mit roter Kreide geschaffen wurden, könnten eine Bewegung simulieren – ähnlich wie auf einem Foto, auf dem eine Bewegung nur verschwommen eingefangen wurde und deshalb nicht als starre Position verstanden werden kann.

Die Verrenkung wirkt nämlich fast übertrieben. Streckt sich der Mann vielleicht? Will er etwas abwehren – und deshalb die erhobene Hand? Ist er vielleicht ein Krieger, liegt doch neben ihm eine Art Lanze auf dem Stein? Hat er sie dort abgelegt? Oder stützt er sich nach einem schwachen Moment ab?

Diese und viele weitere Zeichnungen lassen Raum für Interpretationen. Beim Empfang des Stadtmuseums erhalten Sie eine Lupe, die ich Ihnen besonders empfehlen würde, um auch die kleinen, versteckten Details zu entdecken.

Noch bis zum 26.10. haben Sie Zeit dazu!

(Autorin: Martina Pomaro)

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