Die Rätsel der Sphinx
Ganz im Widerspruch zum Titel handelt es sich bei diesem Beitrag nicht um ein Rätsel. Sehr wohl geht es jedoch um den rätselhaften Namen dieses Fabelwesens.
„Sphinx“ ist ein schönes Wort. Es eignet sich hervorragend für Scrabble und widersetzt sich zugleich hartnäckig jeder eindeutigen Kategorisierung. Im allgemeinen Sprachgebrauch kennt man vor allem die Sphinx, was nicht zuletzt der Prominenz der olfaktorisch eingeschränkten Vertreterin dieser Spezies von Gizeh geschuldet ist. Auch ein antiker Held mit komplizierten Familienverhältnissen machte Bekanntschaft mit der Sphinx, die in der griechischen Mythologie sogar über einen, wenn auch nicht immer konsequent überlieferten, Stammbaum verfügt.
Seinen Ursprung hat der Mythos um den Sphinx jedoch in Mesopotamien. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Unterschied: Die dortigen Darstellungen tragen häufig einen Bart und sind nicht selten auch in den unteren Regionen mit eindeutig männlichen Attributen ausgestattet.
Damit wäre die Geschlechterfrage schon einmal herrlich ungeklärt. Doch wie verhält es sich eigentlich mit dem Plural? Treffen sich eine griechische, eine ägyptische und ein assyrischer Sphinx: Hat man dann drei Sphinxe oder drei Sphingen?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-30279)