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“I Like Work: It Fascinates Me.

“I like work: it fascinates me.

I can sit and look at it for hours.” So der englische Autor Jerome K. Jerome (1859-1927). Uns geht es da nicht anders, wie die unzähligen Baustellenfotos belegen, die wir an dieser Stelle schon gezeigt haben. Und daher möchte ich Ihnen auch diese Aufnahme von Walter Kreuz aus dem Jahr 1956 nicht vorenthalten, obwohl der Westbahnhofviadukt hier schon mehrfach Thema war.

Mit Spitzhake, Schaufel und Presslufthammer rücken die Arbeiter dem Viadukt zu Leibe, während sich im Hintergrund die „Einser“ auf ihrer neuen Linienführung nähert … aber ich bin mir sicher, dass damit noch längst nicht alles gesagt ist, was es zu dieser Aufnahme zu sagen gibt und freue mich schon auf die Kommentare der ExpertInnen, denn Schreiben fasziniert mich. Ich kann stundenlang dasitzen und anderen dabei zusehen. 😉

(StAI, Slg. Kreutz)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Eh klar, dass ich sofort ranten muss, wenn ich vom größten Kunstbau der „Electrischen Stadtbahn“ was für mich Neues sehen darf. . 🙂 Danke für dieses Bild!

    Vorausgeschickt sei, dass mir alles wehtut, wenn ich dieses Bild sehe. Zum einen wegen optischen Muskelkaters, weil die armen Bauarbeiter damals das Ding offensichtlich von Hand abtragen mussten, zum anderen, weil ich diesem Bauwerk (das ich selber nie gesehen habe, weil es schon Jahrzehnte vor meiner Geburt abgerissen wurde) bis heute nachtrauere. Besonders interessant an dieser Aufnahme ist neben der „nackten“ Hochbahntrasse im Hintergrund, die schon ihrer Geländer und Fahrleitungsanlage beraubt wurde, der Eindruck von Steilheit, der aber durch die vermutlich höhere Brennweite der Aufnahme verstärkt werden dürfte. Da wird es besser vorstellbar, dass es hier zu Unfällen wegen Bremsversagens gekommen ist und nur maximal drei (bitte um Korrektur, wenn mich die Erinnerung trügt) Beiwagen mitgeführt werden durften – (Verschub-)Züge, die länger waren, mussten via Leopoldstraße fahren. Dieses Viadukt war ein Nadelöhr und letztlich eine Fehlkonstruktion. Es war zwar ausgelegt für breitere Fahrzeuge (die Verlängerung der Stubaitalbahn durch Wilten in die Innenstadt bis zum damaligen Südbahnhof war zur Zeit der Errichtung vorgesehen gewesen, und deren Fahrzeuge waren etwas breiter (2,4 m, im Vergleich zu 2,2 m der Stadtbahnfahrzeuge), aber nicht mit einem zweiten Gleis erweiterbar und außerdem eben auf der Nordrampe so steil, dass sich das durchaus immer wieder mal als Betriebshindernis erwies. Beides wäre vermeidbar gewesen.

    Heute würde dieses Stück Hochbahnstrecke, nichts anderes war das letztlich und damit für Anfang des 20. Jahrhunderts für das damals noch sehr kleine Innsbruck etwas ziemlich Urbanes, leider überhaupt nicht mehr ins Stadtgefüge passen, da sich mit dem Bau der Konzertkurve alle Strukturen und Verkehrskorridore verlagert haben, sogar die Grundstücke südlich der Vollbahn scheinen neu aufgeteilt worden zu sein. Das Westbahnhofviadukt unverändert stehenzulassen und weiter zu betreiben, wäre deshalb auch dann keine Option gewesen, wenn man nicht im Autowahn der 1950-er die eigentlich unnotwendige Straßenbrücke gebaut hätte, weil man damals glaubte, Einfallstraßen für mehr Autos ausbauen zu müssen. Ja, diese Brücke hätte man rechtzeitig vor ihrer Neuerrichtung vor ein paar Jahren in Frage stellen sollen, aber ich bin schon froh, dass es wenigstens gelungen ist, eine Sonderfahrspur für die Tram hineinzureklamieren.

    Ich schließe mit der Bitte, weitere Fotos vom Westbahnhofviadukt, die vielleicht noch existieren, auch zu veröffentlichen, in der Hoffnung, dass das nicht nur mich interessiert.

  2. Bei aller Nostalgie darf doch gesagt werden, dass hier ein reiner  Industriezweckbbau abgerissen wurde, der auch nie mehr sein wollte und auch nicht konnte. Keine Spur von der  Eleganz schöner  Eisenfachwerksbauten  oder gar alter Steinbogenbrücken wie jüngst hier vorgestellt. Keine Spur von der Eleganz moderner Brücken die mit einer Symbiose von Statik und Design brillieren und an alte Größe anknüpfen. So ist es  meiner Meinung nach in diesem Fall weniger die Brücke selbst, sondern viel mehr ein Stück Stadtgeschichte der hier nachgetrauert wird.

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