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Heiße Maroni!

Heiße Maroni!

Lange wird es nicht mehr dauern, dann gibt es wieder die heißen Maroni auf der Straße zu erwerben. Wie das Geschäft mit der wortwörtlich heiß begehrten Ware früher, genauer gesagt im Jahr 1929, vonstatten ging, möchte ich Ihnen mit diesem Bild zeigen. Wir blicken auf eine ältere Dame mit einem großen und einem kleinen Karren. Auf dem großen sehen wir die benötigte Bratausrüstung und auf dem kleinen das zu bratende Gut, sicherlich auch Brennmaterial. Die Verortung ist anhand der gut erkennbaren Reklame nicht weiters schwierig – die Maria-Theresien-Straße.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Gottfried Newesely)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. 1929 – das erklärt dieses High Tech Equipment! Welche Mühe, sich mit einer derartigen Ausrüstung bis zum entsprechenden Standort hin zu bewegen. Ich hoffe im Nachhinein noch für diese Frau, dass Ihr Aufwand sich gelohnt hat und sie nach getaner Arbeit halbwegs zufrieden nach Hause „karren“ konnte. Auf den Stuhl mit der Decke darüber hat sie sich wohl ab und zu hingesetzt, wenn das Kreuz oder die Beine schmerzten. Und aus den Zeitungen im Korb wurden vermutlich die Stanitzel gedreht, in die sie die Maroni verpackte und an denen die Kundschaft sich dann die Finger wärmen konnte.

    Ich erinnere mich noch an den Obst-Stand, den es jahrelang beim Helbling-Haus gab, den Namen hab‘ ich allerdings vergessen. Der Besitzer hatte sehr schöne Ware im Angebot und stets einen lockeren Spruch parat. Er hat wahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass gute Laune sich positiv auf’s Geschäft auswirkt. Bei ihm gab es um diese Jahreszeit auch immer erstklassige Maroni. Da geht’s mir jetzt grad wie bei Walde-Keks: ich hab‘ den Duft noch in der Nase …

  2. Fünf nach halb Eins – ich muß immer Uhren ablesen, ernste Zeichen einer Zwangsneurose? Aber um diese Zeit wird das Geschäft wegen der Überschneidung mit dem Mittagessen eher flau gewesen sein. Aber ansonsten hab ich nicht so Sorge um die Frau wie um die Arbeitslosen jener Zeit. Maroni gehen immer gut. Und ich nehme an, daß sie schon auf Hilfe beim Transport der Anlage zurückgreifen konnte. Nach Allerheiligen, wo die ersten Öfen vor den Friedhöfen Aufstellung nehmen, und vor Weihnachten gibt es diese Köstlichkeit. Wenn nicht die Hälfte verbrannt oder sonst wie ungenießbar ist. Eine kurze Saison und eher ein Zubrot als eine Existenz.

    Den wirklichen Reibach machten aber sowieso die zwei deutlich ausgeschilderten Zahnklempner.

    Was ich nicht wußte, ist, daß die Panoramascheibe der Tyrolia schon so alt ist.

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