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Gewerbeschüler Bauen Ihr Neues Schulhaus Selbst

Gewerbeschüler bauen ihr neues Schulhaus selbst

Die Raumnot in der Höheren technischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, kurz HTL, war nach dem Zweiten Weltkrieg katastrophal. In der früheren Staatsgewerbeschule in der Anichstraße 26 und 28 standen 21 Schulräume für 34 Klassen zur Verfügung. Die Schülerzahlen stiegen um fast 100 Prozent an. Viele Jugendlichen mussten aus Platzmangel abgewiesen werden.

Der damalige Direktor Hofrat Dipl.-Ing. Dr. techn. Fritz bemühte sich schon 1945 um die Mandelsbergerschule als zusätzlichen Standort, die jedoch als Berufsschule ausgebaut wurde. Nach Verhandlungen mit Bund und der Stadtgemeinde erhielt die Schule ein an ihr Haupthaus angrenzendes Grundstück zum Innrain.
Der vierstöckige Neubau wurde von einem Professor der Anstalt, Fachvorstand Dipl.-Ing. Architekt Herbert Neubauer, geplant. Im Herbst 1956 starteten die Arbeiten. Bis auf den Aushub der Baugrube übernahmen die Schüler die Umsetzung. Diese Arbeit wurde vom Entminungsdienst untersagt, weil die Gefahr bestand, im Erdreich auf noch nicht entschärften Blindgänger zu stoßen. Professoren der Hochbauabteilung hatten die Bauleitung über. Im Fach Praktische Bauhofarbeiten kamen die Schüler zum Einsatz. 100 bis 200 Jugendliche arbeiteten über mehrere Monate am Bau mit.

Schüler auf der Baustelle. ( (Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 04.07-01-114, um 1961, ©Archiv der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Innsbruck)

Im neuen Schulgebäude entstanden Werkstätten für die Fachschule für Bildhauer und weitere Werkstättenräume sowie acht Klassenzimmer und verschiedene Kabinette. Die Übergabe des Neubaus erfolgte am 20. November 1963.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 04.07-01-113, um 1960, ©Archiv der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Unser Werkstätten-Fachlehrer Herbert Gstrein, Vater des kürzlich verstorbenen Dr. Peter Gstrein, erzählte und immer wieder von diesem Wiederaufbau mit Mitwirkung der Schüler. Für uns junge Piepen war das eher nicht wirklich verständlich, wir konnten uns mit unserem damaligen Wissen über die 1000 Jahre und die katastrophalen Folgen nichts vorstellen. Erst mit zunehmenden Alter, ich dachte oft an unseren geschätzten Lehrer, verstand ich die Tragweite dieses Unternehmens. Großer Respekt!
    Und Danke Frau Ursprunger für diesen Artikel.

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