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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Georg Bucher

Georg Bucher

Der Namensgeber der Axamer Hauptstraße wurde 1774 in eben jenem Dorf geboren. Aus einer langen Linie von Gastwirten stammend, war er als der „Dollingerwirt“ bekannt. Nach der Invasion Italiens durch einen korsischen General wurde in Tirol die Landesverteidigung mobilisiert und Bucher rückte als Scharfschütze der Innsbrucker Kompanie unter dem Hauptmann Philipp von Wörndle (1755-1818) ein. Seine Feuertaufe erhielt er am 13. April 1797 bei Spinges, für seine Tapferkeit wurde ihm im folgenden Jahr eine silberne Ehrenmedaille verliehen. Er stieg zum Hauptmann der Axamer Kompanie auf und befehligte sie 1799 im Vinschgau und 1800 bei Scharnitz. 1803 heiratete er Sophia Haid, die Tocher eines wohlhabenden Gerbers aus dem Ötztal.

Nachdem in Axams im März 1809 bayrische Soldaten, die Rekruten einziehen wollten, von den aufgebrachten Bauern vertrieben worden waren, war es somit nicht verwunderlich, dass Bucher zu einem der Führer des aufflammenden Aufstandes wurde. Als im April eine bayrisch-französische Abteilung von 500 Mann auf Axams vorrückte, lieferte sich Bucher mit seinen 100 Mann ein Rückzugsgefecht, während es anderen Abteilungen gelang, die bayrischen Truppen in der Ersten Bergiselschlacht zu schlagen und aus Innsbruck zu vertreiben.

Während der Zweiten Bergiselschlacht kommandierte Bucher die Abteilungen von Axams und der umliegenden Dörfer des Mittelgebirges am linken Flügel des Bauernheeres und konnte die bayrischen Truppen zurückwerfen. Auch in der Dritten Schlacht, zweieinhalb Monate später, befehligte er erfolgreich den linken Flügel, diesmal zusammen mit Joachim Haspinger (1776–1858). Auch an der Vierten Schlacht nahm er Teil, allerdings befehligte er nicht mehr einen ganzen Flügel, sondern kämpfte unter dem Kommando von Matthias von Lama (1870-1827). Nach der Niederlage am Bergisel und weiteren kleineren Rückzugsgefechten verstecke sich Bucher auf einem kleinen Hof etwas außerhalb von Axams. Nach der Verkündung der Amnestie durch Eugène de Beauharnais (1781–1824) konnte er sein Versteck wieder verlassen.

1827 wurde ihm von Kaiser Franz (1768–1835) die mittle goldene Civil-Ehren-Medaille sowie eine „Gnadengabe“ von 150 Gulden pro Jahr verliehen.

(Signatur KR-PL-456)

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