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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Des Wassers Kraft…

Des Wassers Kraft…

In der Vergangenheit konnten Sie schon mit Grete Palla und Maria Korin feiern, die im Sommer 1904 bzw. 1905 in der „Bade & Waschanstalt Innsbruck“ die Freiprobe abgelegt haben. Die Proponentin der heutigen Schwimmüberprüfung, Lina Oberhammer, planschte zu diesem Zeitpunkt noch in anderen Gewässern, wurde sie doch erst am 8. September 1905 geboren.

Vierzehn Jahre und eine Woche später erhielt auch Lina ihr „Freischwimmer-Zeugnis“, nachdem sie die „Freiprobe mit besonders gutem Erfolge abgelegt hat“. Schauplatz war der „Herzsee bei Innsbruck“ bzw. der „Herzsee bei Aldrans Innsbruck“, wie es am Vordruck und am Stempel heißt. (In der Vorkriegszeit reichte noch „Aldrans“ ganz ohne „Innsbruck“, wie man in diesem Beitrag sehen kann.)

Im Vergleich mit der Bade- und Waschanstalt Innsbruck fällt auf den ersten Blick auf, dass der Besitzer der Badeanlage und behördlich geprüfte Schwimmmeister Heinrich Wergles weniger auf grafische Ausgestaltung, denn auf markige Sprüche setzte: „Gesunde Kraft zu mehren, der Schwächlichkeit zu wehren! / Des Wassers Kraft, Gesundheit schafft!“

Veränderter Zeitgeist der dazwischenliegenden eineinhalb Jahrzehnte? Oder Ausdruck einer persönlichen Vorliebe, die vielleicht auch auf eine bestimmte politische Weltanschauung schließen lässt?

Eine grafische und inhaltliche Langzeitanalyse von Freischwimm-Urkunden wäre einmal ein spannendes Thema! Die Quellenlage ist bei uns leider noch etwas dünn, aber vielleicht hat ja der eine oder die andere von Ihnen eigene Zeugnisse abzugeben?

(Stadtarchiv Innsbruck, FW-G-185)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Schade. Ich wusste gar nicht, dass dort mal gebadet werden konnte. Ein weiteres verschwundenes Sommerbad der Innsbrucker:innen. Über die Jahrzehnte wird es durch die Klimakatastrophe immer heißer und heißer, gleichzeitig schwinden aber die Bademöglichkeiten. Aus heutiger Sicht war es sicher ein Fehler, nach Bau des Tivoli die meisten anderen Freibäder und Badeseen zu schließen, nicht nur wegen des Temperaturanstiegs, sondern auch weil heute viel mehr Menschen in Innsbruck leben und allein schon deshalb wohl auch Schönruh, der Mühlsee oder das Freibad Büchsenhausen wieder ein Geschäft wären. Man kann auch durchaus etwas neidisch auf die zahlreichen Flussbäder in Basel oder Bern schauen.

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