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Farbfilm Vergessen

Farbfilm vergessen

Auch wenn man es natürlich besser weiß, passiert es mir beim Betrachten von Fotos aus der Zeit vor der Erfindung des Farbfilms doch oftmals, dass ich mir die Vergangenheit in schwarz-weiß vorstelle . Dieses Manko haben wohl auch schon frühe Fotografen erkannt und daher wurden Bilder vielfach von Spezialisten händisch nachkoloriert. Im Fall des heutigen Titelbildes war das offenbar auch der Fall, auch hier hat ein Maler die Farben herausgeholt und etwas Farbe ins Spiel gebracht. Aber vergleichen Sie selbst!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-19834 und nachkoloriert: Ph-7225)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Wozu den Grauen Bären kolorieren? 🙂

    Bei dieser Gelegenheit eine Retourfrage an die echten Experten: Meines Wissens gab es bereits frühe (Halb)Automatisierungen der Kolorierung, vor allem für die Massenwae der Postkarten. Weiß da jemand mehr darüber?

  2. Ein Maler war hier wohl bestimmt nicht am Werk….

    Dass bei solchen in Massenauflagen produzierten Postkarten das Motiv von Malern einzeln und mit der Hand angemalt wurden, wie etwa bei historischen Kupferstichen, ist unwahrscheinlich.

    Die Vorlage für kolorierte Postkarten waren keine Schwarz-Weiß-Postkarten, sondern das Glasplattennegativ!

    Man verwendete zur Massenproduktion von farbigen Postkarten hochwertige und patentierte Flachdruckverfahren, wie z.B. den Photochromdruck. Dabei handelt es sich um einen rasterlosen Mehrfarbdruck mit Hilfe der Lichtempfindlichkeit von speziellen Asphaltmischungen.

    Hierbei wurde das Glas-Negativ einer Fotografie auf einem mit einer Asphaltmischung überzogenen Lithostein belichtet. Die unbelichteten Stellen hat man weggeätzt. Für jede zu druckende Farbe wurde eine eigene Platte belichtet.

    Mit diesem Verfahren konnte sehr hohe Stückzahlen hergestellt werden.

    1. Ja genau, der Photochromdruck (unter anderem). Unter dieser Bezeichnung habe ich einmal darüber gelesen. Danke Herr Auer für die Erinnerungshilfe.

  3. Beim Photochromdruck wurden interessanterweise nicht die Bilder, sondern die Glasplatten händisch eingefärbt. Der technische Vorgang wird folgendermaßen beschrieben:

    „Because no color information was preserved in the photographic process, the photographer would make detailed notes on the colors within the scene and use the notes to hand paint the negative before transferring the image through colored gels onto the printing plates.“

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