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Es Gibt Viele Wege Zum Zentralfriedhof Teil III

Es gibt viele Wege zum Zentralfriedhof Teil III

Das Projekt „Innsbrucker Zentralfriedhof“ wurde trotz fortschreitenden Krieges und den damit verbundenen Problemen nicht aufgegeben. Die Stadt bemühte sich ein verkleinertes Projekt zeitnah zur Umsetzung zu bringen, scheitere jedoch letztlich am hartnäckigen Widerstand der Grundbesitzer. Einen Friedhof am Osterfeld gab es aber trotzdem, denn nach dem verheerenden Luftangriff vom 15. Dezember 1943 mit 258 Toten stand die Friedhofsverwaltung vor einem veritablen Platzproblem. Die Lösung dafür lag auf der Hand, nämlich die Beerdigung der Opfer im ohnehin schon projektierten Areal des Zentralfriedhofes. Insgesamt 203 Menschen wurden somit bis April 1945 auf dem „Ehrenhain“ genannten Notfriedhof am Osterfeld begraben. Abseits von den propagandistisch ausgeschlachteten Begräbnisfeierlichkeiten blieb der Friedhof meist verwaist. Niemand kümmerte sich um die Gräber oder den Friedhof im Allgemeinen.

Beerdigung auf dem Notfriedhof 1943.

In einem internen Schreiben aus dem Jahr 1944 wurde der Zustand als „würdelos“ beschrieben, weshalb man den Architekten Otto Mayr damit beauftragte den Ehrenhain zu verschönern. Er initiierte daraufhin die einheitliche Gestaltung der Gräber mit Lärchenholz und die Verwendung von „heimischen Blumen oder immergrünen Pflanzen“ für den Grabschmuck. Die Neugestaltung des Friedhofes wurde auch propagandistisch in den Innsbrucker Nachrichten lanciert. Am 6. Dezember 1944 erschien in der Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Das Osterfeld, Innsbrucks neue Begräbnisstätte. Würdige Ausgestaltung in heimischer Art – Ehrenfeld für die Gefallenen des Krieges“, der die Neugestaltung in höchsten Tönen lobte und vor allem für den neuen Zentralfriedhof warb.

Blick auf die Gräber am Osterfeld.

Nach dem Krieg bemühte sich die Stadt weiterhin den Plan eines neuen Friedhofes am Osterfeld zu verwirklichen, allerdings scheitere man erneut am Kauf der benötigten Grundstücke. 1947 wurde der Plan schlussendlich endgültig aufgegeben und der Notfriedhof aufgelöst. Die Toten wurden exhumiert und auf andere städtische Friedhöfe verlegt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-A-24715-25, Ph-29427, Ph-A-24715-20)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. @Herrn Roilo: Jetzt brauch ich mein Bild nimmer suchen. Es entspricht in der Erinnerung dem letzten dieser Serie, oder schaut zumindest fast gleich aus.

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