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Es Gibt Viele Wege Zum Zentralfriedhof Teil II

Es gibt viele Wege zum Zentralfriedhof Teil II

Obwohl laut einem Gutachten der Platz aufgrund von lehmhaltiger Erde und relativ hohem Grundwasserspiegel nur bedingt für einen Friedhof geeignet war, ging die Stadt daran die betroffenen Grundstücke zu kaufen. Zuerst wurde für alle 58 Parzellen eine Bau- und Rodungssperre erlassen. Danach trat man mit den Besitzern in Verhandlungen. Doch gleich bei einer der zentralen Parzellen gab es Schwierigkeiten. Der Besitzer wollte das landwirtschaftlich genützte Grundstück nicht verkaufen und konnte auch mit Androhung einer Enteignung nicht umgestimmt werden. Bis zum Kriegsende schaffte es die Stadt nicht die Parzelle zu bekommen.

Das hinderte aber niemanden daran, ausufernde Pläne für das Projekt anzufertigen. Im Mai 1942 legte der Architekt Dipl. Ing. Otto Mayr einen Vorentwurf für den „Friedhof der Gauhauptstadt Innsbruck“ mit Erläuterungsbricht vor. Darin beschrieb er die Ausganglage vor Ort wie folgt:

„Trotz seiner schönen Lage weist das Osterfeld selbst mit seiner geringen Breite von 100m u. der grossen Länge von 750 m eine für die Friedhofsgestaltung denkbar ungünstige Flächenform eines langen und schmalen Streifens auf. Die Aufgabe war diesen Nachteil zu meistern u. auf dieses Gelände einen Friedhof mit Krematorium zu entwerfen mit einer möglichst hohen Zahl an Grabstellen

Mayr plante für das Osterfeld auf ca. 80.000 m2 20.000 Erdgräber, wobei er das Waldstück im Süden nicht in den Plan miteinbezog, da es sich laut Gutachten nicht für Erdgräber eignete. Stattdessen bezog er den Arme-Leut-Bühel in den Entwurf mit ein und plante dort ein Krematorium und 10.000 Urnenplätze.

Skizze des Krematoriums auf dem Arme-Leut-Bühel, 1942.

Das Krematorium selbst sollte mit den drei geplanten Türmen Schlosscharakter haben und so auf das nahe Schloss Amras verweisen. Mayr beschrieb es mit folgenden Worten: „Es ist naheliegend auf den höchsten Punkt dieses Hügels das Krematorium zu stellen als weithin sichtbares Zeichen einer großen Tiroler Totenstätte.“

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, VI-301/25/1944, Pl-100-16)

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare
  1. Das Osterfeld mit dem geplanten Zentralfriedhof ist genau der Zwickel zwischen Inntal-Autobahn, Abfahrt Innsbruck-Ost und Hermann-Gmeiner-Straße.

    Da ist den kommenden Generationen ja eine große städtebauliche Fehlplanung erspart geblieben.

    Am Osterfeld gibt es interessanterweise im Zentrum heute noch eine große landwirtschaftliche Grünfläche.

  2. Ein Zweck des Zentralfriedhofs war sicher auch die Gewinnung hochwertigen Baulands durch die Auflösung der übrigen Friedhöfe.

    Die hübschen innerstädtischen Friedhöfe wie Westfriedhof, Pradler Friedhof und Mariahilfer Friedhof wären ja Baugrund in Bestlage.

  3. Ein Anfang wurde hier ja noch in der Kriegszeit mit der provisorischen Begräbnisstätte für die Bombenopfer gemacht – kommt hier in dieser Serie davon auch noch was? Gibt es eigentlich irgendwelche Fotos.

    1. Fotos des Behelfsfriedhofs gibt es, mir fällt momentan nur nicht ein wo, bzw. wo ich das Buch mit diesem Inhalt herumliegen habe. Vielleicht hab ichs auch im Internet gesehen. Sobald sie auftauchen meld ich mich. Oder wer anderer zeigt sie her.

  4. Laut den Innsbrucker Nachrichten wird der Zentralfriedhof in den 1940er-Jahren auch als „Waldfriedhof am Osterfeld“ bezeichnet.

    In den folgenden Jahrzehnten wollte man sogar in Kranebitten auf einem Areal der Bundesforste einen Waldfriedhof anlegen. Dieses Projekt ist aber aus verschiedenen Gründen letztendlich ebenfalls nicht zustande gekommen.

    1. Ja man hat den Friedhof am Osterfeld auch Waldfriedhofe genannt, weil auch der südlich gelegene Wald ursprünglich in die Planung einbezogen wurde. Dieser eignete sich aber aufgrund der Bodenbeschaffenheit überhaupt nicht für einen Friedhof.
      Zu der Geschichte in Kranebitten kommt auch noch ein Beitrag. :o)

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