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Erzherzog Stephan Und Seine Brücke

Erzherzog Stephan und seine Brücke

Das Haus Habsburg hat in seiner langen Geschichte und in seinen unterschiedlichen Zweigen eine große Zahl an interessanten Persönlichkeiten aufzubieten, die teilweise ja auch relativ stark – wenngleich oftmals anekdotisch – im öffentlichen Bewusstsein verankert sind. Von Erzherzog Stephan (1817–1867) kann man dies nicht behaupten, obwohl er zu Lebzeiten eine schillernde Persönlichkeit war. Nach dem Tod seines Vaters Joseph wurde Stephan 1847, wie sein Vater, Palatin von Ungarn – das heißt er war der Vertreter des König von Ungarn. Allerdings bekleidete Stephan das Amt nur kurz, im Zuge der Revolution von 1848 musste er dem Palatinat entsagen. Er war somit der letzte seiner Art, der letzte Palatin Ungarns. Da er Ungarn nicht mehr betreten durfte und auch am Wiener Hof nicht erwünscht war, zog sich Stephan auf die Güter seiner Mutter, die Herrschaft Holzappel-Schaumburg nahe Limburg an der Lahn, zurück und beobachtete von dort aus die europäische Politik. Er ging fortan seiner Leidenschaft als Sammler von Mineralien nach, baute Schloss Schaumburg im Neogotischen Stil aus und war Gastgeber des europäischen Hochadels.

Stephan, der aus dem ungarischen Zweig der Habsburger stammte, hat zwar nur wenige Bezüge zu Innsbruck und Tirol, allerdings trägt ein markantes Bauwerk in der Nähe von Innsbruck seinen Namen: die Stephansbrücke. Wie es sich für einen jungen Adeligen gehörte, machte auch Stephan eine Grand Tour durch Europa besonders aber durch die Gebiete der Habsburgermonarchie. Im Sommer 1842 war er so auch in Tirol zu Gast. Damals stand die Einweihung eines neu fertiggestellten Abschnitts der Straße von Innsbruck nach Süden, vom Sonnenburger Hof bis zum Wirtshaus an der Schupfen (Gasthof Schupfen), an und „Seine k.k. Hoheit der durchlauchtigste Hr. Erzherzog Stephan geruhten bei Höchstderen Anwesenheit hier dem Lande einen sehr gnädigen Beweis Ihres Wohlwollens und der Theilnahme an allen, was sich auf dessen Wohl bezieht, dadurch zu ertheilen, daß Höchstdieselben die Eröffnung dieser neuen Straßenstrecke persönlich vorzunehmen, und zugleich bei diesem Anlasse den Grundstein zu einem der großartigsten Bauwerke neuerer Zeit in der österreichischen Monarchie zu legen geruhten.“ (Bothe für Tirol, 1. September 1842, für den gesamten Bericht, siehe hier). Gemeint war der Grundstein zur Brücke über den Ruetzbach, die später seinen Namen tragen sollte.

Stephan gab wenig später dem Gouverneur und den Ständen die Erlaubnis, die Brücke nach ihm zu benennen, wie in einem im Boten für Tirol abgedruckten Handschreiben Stephans zu lesen ist. Die Eröffnung der Brücke erfolgte im Jahr 1846.

Bothe für Tirol und Vorarlberg, 19. September 1842.

In unseren Beständen haben wir außerdem ein Huldigungsgedicht auf Erzherzog Stephan, das Johann Chrysostomus Senn anlässlich des Besuchs von Erzherzog Stephan im August 1842 geschrieben hat. Der Anlass für das Gedicht war die Aufstellung eines Standbildes von Andreas Hofer auf der Frau Hitt. Offenbar trug dieses Standbild – wie im Gedicht erwähnt – auch eine Fahne, die Senn zum Schlussreim inspirierte: „Wie er die Fahne schwinget! / Dir gilt des Helden Gruss: / „Willkommen im Gebirge / Erzherzog Stephanus! “ Interessant ist dabei die Verbindung von Andreas Hofer mit Erzherzog Stephan. Letzterer war ja im Laufe seines Lebens und auch nach seinem Tod Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Hoffnungen und Sehnsüchte.

Stadtarchiv/Stadtmuseum Div-4725.

Während die Einweihung des Straßenabschnitts und die Grundsteinlegung der Brücke einigen Widerhall im Boten für Tirol fand, ist die Aufstellung des Hofer-Standbildes im Übrigen nicht dokumentiert. In unterschiedlichen Berichten und Reiseführern aus späteren Jahrzehnten wird lediglich die Aufstellung und baldige Abnahme der Statue/Fahne berichtet, mehr konnte ich dazu aber nicht eruieren. In den 1890er Jahren wurde schließlich eine Metallfahne auf der Frau Hitt angebracht, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-Pl-1589)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. ich würde das Bild in die Zeit um 1912 datieren. In Unterberg glaube ich schon die neuen betonierten Masten der 55kV Leitung vom Ruetzwerk heraus zu erkennen. Links neben dem Gasthaus Stephansbrücke erkennt man auch noch die Trafostation des Sillwerkes, bzw. des Abzweiges für die StBAG. Bei der Haltestelle dürfte gerade ein Unterstand für die Fahrgäste errichtet werden. Heute fährt hier keiner mehr mit dem Zug dahin, da die ÖBB nicht mehr halten will.
    Den Weg von der Haltestelle hinab zur Sill und drüben hoch zum Gasthaus und weiter nach Unterberg kenne ich noch gut. Erst mit dem Bau des KW Untere Sill konnte der Weg über die Rohrleitung abgekürzt werden.

  2. Grad, damit nicht jeder nachklicken muß: Dreimal hält der Zug noch Richtung Süden, 10:19, 12:19 und 14:19, Richtung Innsbruck nur um 8:34. Ein paarmal kann man in Matrei auf den Retourzug umsteigen.

    Früher gab es auch noch einen Steig und eine kleine Brücke über die Sill von Schönberg nach Patsch, uralte Leute erinnern sich noch. Dort hält der Zug noch seltener. Und den schönen Bahnhof wurde, des Denkmalschutz entkleidet, abgerissen.
    Links im Bild sieht man die steile alte Straße nach Schönberg, wohin man unter der Europabrücke hindurch beim Domanig herauskommt. Am Beginn dieses alten Weges steht ein kleines Denkmal, dessen lustige Bezeichnung „Das Papstl“ auf das Ereignis eines vorbeiziehenden Papstes im 18 Jhdt. hinweist. Ein paar Schritte weiter bei einem Einfamilienhaus ein Memorandum aus neuer Zeit: Ein paar rätselhafte verbogene Flugzeugkleinteile erinnern anscheinend an ein tragisches Ereignis in der dort wohnenden Familie. Habs noch nicht herausgefunden.

    Wegen der Aushubablagerungen nicht mehr, zumindest nicht mehr leicht zugänglich ist der kleine Steig hinunter zum einsamen Zusammenfluß von Ruetz und Sill, den man ansonsten kaum (ich würde sogar meinen: überhaupt nicht) von anderer Stelle zu sehen bekommt. Rein optisch ist die Sill dort auch nicht breiter als die Ruetz. Aber die Sill kommt eben von rechts.

    Wer spazierenderweise sich einmal nach Gärberbach verirrt, kann die kleine Schwester der Stefansbrücke bewundern. Eine kurze, aber sehr massiv wirkende Steinbrücke mit zwei gekurvten steinernen Zuläufen hilft der Brennerstraße über den Mühlbach. Von dort kommt man hinunter zur Sill und wieder hinauf zum Zenzenhof, wo man wieder nach Unterberg gelangt, wenn man nicht nach Vill möchte.

    Ein Kleinod ist die barocke Kapelle oder Kleinkirche von Unterberg, leider fast immer geschlossen.

    Was weiß ich noch, was keinen interessiert: So klein Unterberg ist, sein Areal teilen sich zwei Gemeinden: Schönberg rechts der Ruetz, Mutters linksufrig.

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