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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Ein Vermutlich Verspätetes Rätsel

Erinnerung an die Brennerbahn – Ein vermutlich verspätetes Rätsel

Für jede neue Serie zur Brennerbahn durchforste ich im Vorfeld unser Archiv und stelle eine größere Auswahl an Fotografien zusammen, die möglicherweise in den kommenden Beiträgen Verwendung finden könnten. Dabei versuche ich, die Bilder zumindest grob den einzelnen Orten entlang der Strecke zuzuordnen.

Unser heutiges Foto dürfte mir bei dieser Vorarbeit allerdings durchgerutscht sein, nicht zuletzt, weil sich das Original leider in einem eher schlechten Erhaltungszustand befindet.

Beim ersten Blick auf die Aufnahme musste ich unwillkürlich an einen der klassischen Karl-May-Filme denken: eine karge, dramatische Berglandschaft durchzogen von einer Bahntrasse und zwei Tunnelportalen. Die Hänge entlang der Strecke wirken noch frisch bearbeitet, die Böschung wurde vermutlich gerade erst angelegt. Als schließlich mein Blick eingenommen wurde vom oberen, leider stark beschädigten Drittel des Bildes, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Berge sind trotz allem doch deutlich zu erkennen, oder?

Die spannenden Fragen, die sich daraus ergeben, überlasse ich aber gerne unseren Leser*innen: Welchen Abschnitt der Brennerstrecke sehen wir? Um welche beiden Tunnelportale könnte es sich hierbei handeln?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-588)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Blick vom Schönberg, oberhalb des GH Stefansbrücke, Richtung Gärberbach – Bergisel.
    Wie schon mal erwähnt, kann man sich so eine Baustelle heute gar nicht mehr vorstellen.

  2. Die Böschungsstabilisierung aus netzartige angeordneten Faschinen sieht heutzutage optisch (z.B. bei der Lhasa Bahn) ähnlich aus. Heute aber aus Beton.
    Der dem Betrachter nächste Tunnel dürfte der Schürfestunnel sein. Beim Patschertunnel sieht man oberhalb den Weg runter zum (damals künftigen) Sillwerk.
    Es ist möglich, dass man ganz hinten auch noch den Unterbergertunnel sieht (oder nur ein Staubkorn?). Der zweite Berg bei Ahrnwald steht noch, der kam erst mit der Autobahn weg.

    1. „Der zweite Berg beim Ahrnwald“ war doch der Platz der „Bobachtungsstation“ des Vereines Tiroler Vogelwarte“ , einerseits, weil er „genau“ unterhalb der Flugbahn der Zugvögel lag – und andererseits, weil dort die vielen Nistkästen – natürlich nummeriert! – hingen. Von diesem oder jenem Vereinsmitglied wurden sie natürlich mehr oder weniger regelmäßig kontrolliert. Darüber wurde auch genau Buch geführt. Und die Brut wurde knapp vor den Flüggewerden auch beringt. Und wenn irgendwo in Afrika ein totes Vögele – was wir nicht hoffen wollen! – gefunden wurde – oder worden wäre , hätte es sein können, daß eine Nachricht darüber an den Verein gelangt wäre – und manchmal auch ist.
      Ja, es war schön bei dem Hüttl dort oben!

      1. Ist mit Unterbergtunnel das hellgraue bogenförmige Objekt mit einem weiß umrandeten tiefschwarzen Artefakt links darüber gemeint? Halt ich auch für einen echten Bestandteil der Fotografie, also eine Tunnelöffnung.

        Ist eigentlich etwas über den alten Weg von Schönberg über die Sill hinauf zum Bahnhof Patsch bekannt? Ich konnte vor Jahren noch von einer Stubaierin erfahren, dass sie diese Möglichkeit genutzt hat. Die Brücke sieht man etwas nördlich des Bahnhofs Patsch noch 1973 am Luftbild.

        1. Ich bin den Weg letztes Jahr runter gegangen; ab Brennerstraße talwärts ist die Spur noch gut zu erkennen, wenn man den Einstieg gefunden hat. Stellenwesie muss man unter Bäumen durchschliefen oder drüberklettern: https://www.openstreetmap.org/way/1389910998;

          Bergwärts ist der Weg hingegen durch Schüttungen blockiert und zugewachsen. Man muss also zum Einstieg ca. 700m entlang der Brennerstraße gehen.

          Eine ältere Dame, die beim Zeigerweg wohnt, hat mir gesat, des der Steig an den Hnr. 31 und 33 entlang „praktisch an der Küche vorbei“ verlief.
          Von der Sillbrücke habe ich keine Reste gesehen – kam aber damals nicht bis zum Ufer. Es soll aber ein Widerlager noch sichtbar sein.

          1. Vielen Dank Herr Schönherr für diese Schilderung. Ich hab mich bequem wie ich bin mit der Sichtung des Anfangs des Steigs von der Brennerstraße hinunter begnügt und mich für den Teil hinauf zum Zeigerweg mit einem „Sicher da irgendwo“ zufrieden gegeben.
            Es steht halt keine Klotz Hütte unten an der Sill, dann wär der Weg besser.
            Die Brücke dürfte dem Sill Hochwasser in den 80ern zum Opfer gefallen sein.

            Die von den Stubaiern freigesetzten Energien um mit dem Zug zu reisen sind heute unglaublich, zu Fuß wohlgemerkt, kein MB oder E-Bike.

  3. Faszinierendes Bild, von wann wird das sein? Kann das wirklich aus den 1860er Jahren sein? Die Qualität wäre dafür bemerkenswert, oder nicht? Oder waren die Berghänge auch Jahre später noch so kahl?

    1. Ich denke schon, dass das eine sehr frühe Fotografie ist. Die sichtbaren Sprünge in der Fotochemie deuten auf ein Albumin-Glasnegativ hin, erst nach 1870 wurden die kostengünstigeren und haltbareren Trockenplatten verwendet. Links im Bild ist auch der Hang unter der 1844 gebauten Brennerstraße noch ziemlich kahl und die von Herrn Schönherr erwähnten Befestigungen oberhalb der Bahntrasse sind noch voll sichtbar. Ich glaube auch wir sind da noch ganz früh dran, vor der Eröffnung noch, 1860-1867. Der Erhaltungszustand der Glasplatte ist m:E. typisch für dieses Alter, die optische Qualität so alter Fotografien ist dank der simplen Linsen und großen Preojektionsebene oft gut, besonders bei Landschaftsaufnahmen, in denen sich nichts bewegte. Wenn dann noch die/der Fotograf:in ausreichend Erfahrung mit der Belichtungszeit hatte, kam vielleicht sowas dabei raus mit gutem Kontrast trotz schwieriger Lichtverhältnisse.
      Sehr tolles Foto jedenfalls, danke wieder mal dafür!

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