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Einheit In Der Vielfalt – Vielfalt In Der Einheit – Epilog

Einheit in der Vielfalt – Vielfalt in der Einheit – Epilog

Im Spätherbst 1914 erlebte die Jubiläumskorrespondenzkarte unverhofft eine Wieder- bzw. Neuausgabe. Mit der Verordnung des k. k. Handelsministeriums vom 17. November 1914 wurde festgelegt, dass die Karten – versehen mit einem schwarz-gelben Zusatzaufdruck auf der Rückseite – ab dem 2. Dezember 1914 wieder in den Verkauf gelangen. Der Aufdruck zeigt neben Ornamenten und der Jahreszahl „1914“ den Wahlspruch des Monarchen („Viribus unitis“) sowie die österreichische Kaiserkrone („Rudolfskrone“).

Bemerkenswert scheint, dass gerade diese Karte nicht im Rahmen der offizielen Kriegsfürsorge vertrieben wurde, wenngleich der Erlös „Witwen und Waisen gefallener Krieger“ zukommen sollte. Wie das offiziöse Fremdenblatt am 2. Dezember 1914 berichtet, waren die Karten „zum Preise von 15 Heller beziehungsweise beim Kaufe eines ganzen Packes von dreißig Stück zum Preise von Kr. 4.05 bei allen Postämtern am Sitze der Statthaltereien und Landesregierungen und bei den meisten größeren Post­ämtern erhältlich. Sie können übrigens auch bei allen übrigen Postämtern bestellt werden.“

Wieviele Exemplare in den folgenden knapp zwei Jahren verkauft wurden, scheint nicht bekannt zu sein. Die Österreichische Land-Zeitung rührte jedenfalls anlässlich des 86. Geburtstag des Kaisers noch einmal eifrig die Werbetrommel:

Jubiläumskorrespondenzkarten. Die weitestgehende Förderung der Kriegsfürsorge ist gegenwärtig ein dringendes Gebot. Das Geburtsfest des Kaisers bie­tet einen besonderen Anlaß, zu Kriegsfürsorgezwecken nach Kräften beizutragen. Hiezu eignet sich be­sonders der Ankauf der Jubiläumskorrespondenz­karte der neuen Ausstattung, da ihr Reinerlös der Untezstützung der Witwen und Waisen gefallener Krieger gewidmet ist. […] Der Verschleißpreis beträgt 15 Heller für ein Stück, der im Hinblick aus den künstlerischen und den Sammelwert der Karte als gering gelten muß.

Nur wenige Wochen später wurde jedoch der Verkauf der Jubiläumskorrespondenzkarte endgültig eingestellt. Damit ging die wechselvolle Geschichte dieses erfolgreichen imperialen Merchandising-Artikels zu Ende.

(Quelle: Privat)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. 1914 hat die Adressatin der Karte, Frau Lili von Hofmann in Igls den Betrag von 10 Kronen für verwundete Soldaten gespendet. So steht es in den Innsbrucker Nachrichten vom 29. August 1914.

  2. Anhand dieser Karte lässt sich eine interessante Familiengeschichte erzählen:

    Dr. Karl von Hofmann schreibt hier an seine Frau Lili. Karl ist der Sohn von Dr. Eduard Ritter von Hofmann, welcher Abgeordneter zum Herrenhaus und ein berühmter Mediziner war. Von 1869 bis 1875 wirkte Eduard auch an der Universität Innsbruck. Sein Werk über die Gerichtsmedizin wurde in viele Sprachen übersetzt.

    Eduard von Hofmann starb 1897 plötzlich in seinem Landhaus in Igls und wurde daraufhin nach Wien zur Beerdigung überführt. Seine Nachrufe füllen viele Spalten in den damaligen Zeitungen.

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