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Einen Toast Auf Die Information

Einen toast auf die Information

Man hat ja nicht jeden Tag Zeit ins Internet zu schauen, gerade im Advent sollte man sich ja mit Keksbacken, Strohsterne-Flicken und Lametta-Schneiden beschäftigen.

Wahrscheinlich haben trotzdem einige den schönen Artikel auf Tirol ORF.at gesehen. Wir haben jetzt fünfe grad sein lassen und die Innsbrucker Adressbücher publiziert. Und das auf einer domain, die ganz ähnlich klingt wie diese hier. Wir laden Sie also ein, sich auf

https://www.innsbruckerinnen.at/

ein Bild von unserer Lieblingsbeschäftigung im Lockdown zu machen. Wir haben die Einwohner*innen Zahl von Innsbruck auf 1,2 Millionen hochgeschraubt (da werden eventuell Mehrfachnennungen dabei sein). Wir haben die Häusergeschichte neu aufgestellt. Wir haben in allen Gewerben gearbeitet und fühlten wie Beamte der Staatsbahnen, der Südbahn, der Stubaitalbahn, der Lokalbahn und der Verkehrsbetriebe. Jetzt haben wir noch ein Stück Weges vor uns, weil mit der Volltextsuche ist es ja nicht getan. Priorisiert haben wir zunächst die Individuen, einfach weil das der unkomplizierteste Zugang ist und sowohl für Hobby-Familienforschende wie auch für Hardcore-Historiker ein erstes Bild erlaubt: War diese Person (im 20. Jahrhundert) in Innsbruck? Wer gehört da noch dazu? Berufe, Adressen, Familienangehörige … das ist einfach immer ein guter Einstieg.

Wir sind ja, wie man auch im Tirol heute Fernsehbeitrag, der jetzt um 19 Uhr laufen wird, gut sehen kann, recht eingebildet auf unseren Ansatz. Wir bleiben an diesen Daten dran. Wir korrigieren, was das Zeug hält. Wir hassen Fehler. Wir gruppieren zu Gruppierendes, wir stellen alles auf Karten, in Grafiken und in Listen dar. Der Ansatz ist natürlich zutiefst egalitär: Jeder, der es in Adressbuch geschafft hat, kommt auch in die Datenbank. Wer die vier Fünftel der Innsbrucker*innen waren, die in den ersten Jahren nicht gelistet waren? Das werden wir eher nicht mehr genau herausfinden; darunter sind natürlich viele Ehegattinen, Dienstmägde, Tagelöhner.

Wußten Sie dass …in Innsbruck einige Angehörige der k.u.k. Kriegsmarine lebten? … wir von hunderten Beschäftigten der italienischen Eisenbahnen berichten können? …Anna und Maria ohne jede Konkurrenz die beliebtesten Vornamen der Innsbruckerinnen waren? …manche Häuser in hundert Jahren sieben verschiedene Adressen trugen? …Frauen erst 1947 mit ins Buch kamen, wenn sie „nur Hausfrau“ als Beruf anzugeben hatten? Dafür dann gleich auch noch mit ihren Ledigennamen, was bei den vielen Anna Grubers und Maria Auers für Familienforschende sehr hilfreich ist?

Wir bleiben am Thema und an der Quelle dran. So schön die vielen einzelnen Foto-Stories sind, die wir hier in diesem Format publizieren – die Aufarbeitung systematisch auslesbarer Quellen mit den Mitteln der Elektronischen Daten-Verarbeitung ist und bleibt doch schönste Aufgabe und Freude der Archivar*innen im Dienste der Forschung. Das Titelbild zeigt die Übergabe des letzten Innsbrucker Adressbuches, jenem von 1976, von einer Gruppe Männer an eine andere Gruppe Männer. Diese Ausgabe war die erste, die mit Hilfe einer Datenbank erstellt wurde, der Speicher dafür kostete wahrscheinlich so viel wie ein Einfamilienhaus und hatte auch eine ähnliche Kubatur.

Dieser Beitrag hat 22 Kommentare
  1. Vielen Dank für dieses großartige Weihnachtsgeschenk an alle Forscherinnen, Forscher und Geschichtsinteressierten!

    Eine praktische Ergänzung wäre, auch die aller-aller-aller-letzte Adresse jedes Innsbruckers und jeder Innsbruckerin auf der Seite mit einem Link darzustellen: nämlich die Innsbrucker Friedhofsdatenbank…..

    Die Website „innsbruckerinnen.at“ wäre die perfekte Landing-Page für einen weiterführenden Link, die Friedhofsdatenbank sozusagen als das 48. oder 49. Adressbuch!
    Man könnte dann auch gleich bequem weiterforschen, wann eine gesuchte Person geboren und verstorben ist und wo sie begraben ist.

    Eine Korrektur würde ich gerne gleich vorschlagen: das Adressbuch von 1899 findet sich in der Rubrik „Blättern“ nämlich doppelt!

    1. „fand“ sich!
      Danke Herr Auer für die freundlichen Worte und viel Vergnügen beim Stöbern.
      Das meinen wir durchaus ernst: Sowohl offensichtliche Fehler also auch sophisticated mistakes geschweige den fautes terribles können, da wir von einem dynamischen System sprechen, ausgebessert werden… und die Blindheit für das eigene Produkt ist natürlich sprichwörtlich.

  2. Herzlichen Glückwunsch allen Mitwirkenden, die dazu beigetragen haben, dass die Innsbrucker Adressbücher online gestellt werden konnten! Mit Sicherheit ein Riesen-Aufwand, in dem viele Arbeitsstunden und viel Herzblut stecken. Möge er mit ebenso viel Erfolg und Freude belohnt werden!

  3. Vielen herzlichen Dank für Ihre Arbeit. Das gesamte Team des Stadtarchives (inkl. PraktikantInnen) leistet hervorragende und sehr wichtige Arbeit. Ich möchte mich bei Ihnen allen für Ihre Tätigkeiten bedanken.
    Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute.

    Thomas

  4. Lustig auf dem Foto und zeittypisch ist auch der edle Aschenbecher aus Bleikristall am Tisch. Derartige Objekte wird man in den heutigen Amtsstuben und Repräsentationsräumen wohl mit der Lupe suchen müssen. So ändern sich Zeiten.

  5. Die Usability der Adressbuchdatenbank ist sehr gut!

    Erste Erfahrungsberichte:
    Die orange Farbe der Adressen ist bei längeren Recherchen vielleicht etwas schwer zu lesen. Vielleicht könnte man anlässlich einer etwaigen Revision einen Menüpunkt „Kontakt“ mit den Kontaktdaten / Emailadresse an prominenter Stelle im Seitenmenü platzieren.

    Wenn man den Namen „Maxia“ in der Personensuche eingibt, werden 43 korrekturbedürftige Einträge angezeigt. Diese 43 Personen heißen im Adressbuch in Wirklichkeit ganz anders.
    Im Vergleich zur riesigen Datenmenge ist das freilich eine fast zu vernachlässigende Fehlermenge…… Chapeau, lieber Herr Hofinger, für das monumentale Jahrhundertwerk!

  6. Auch für seltene und ungewöhnliche Berufe sind die Adressbücher eine wunderbare Fundgrube.
    Man findet z.B.
    59x Korvettenkapitän
    80x Pfaidlerin

    Kann man eigentlich auch nach Vornamen suchen, um sich für namenkundliche Forschungen alle Träger eines bestimmten Vornamens anzeigen zu lassen? Zum Beispiel alle Personen mit dem Namen Ottilius oder Medardus.

    Wenn man Ottilius oder * Ottilius mit Sternchen als Platzhalter eingibt, kommen 0 Ergebnisse. Wenn man Ottilius Großrubatscher eingibt, kommt auch nichts. Erst wenn man den Namen umdreht wie Großrubatscher Ottilius kommen die Adressen daher.
    Bei Alois Auer kommt auch nichts. Bei Auer Alois kommen hingegen 368 Adressen. Man muss also immer den Nachnamen voranschreiben?

  7. Ab und zu kommt liefert die Texterkennung unfreiwillig komische Resultate:
    Meine Ururgroßtante Josefine Neurauter geb. Maaß findet sich 1921 als Privatierswitwe, 1927 hingegen als Privarierswitwe. Private Arierswitwe???
    Wie kann man das ausbessern?

  8. Im Jahrgang 1964 hat die Texterkennung aus dem Familiennamen „Hiller“ irrtümlich Hitler gemacht…… Das betrifft 6 Personen, darunter eine Ordensschwester namens Margarethe Hiller, nicht Hitler.

    1. Danke Herr Auer. Habe es gleich express geändert weil ein sogenannter „blöder Fehler“.
      Ich bin mir ja recht sicher dass Sie noch einige systematische OCERRORS finden werden, für mich etwas unkomplizierter könnten wir uns dazu gern auch per mail austauschen via fehlermeldung@innsbruckerinnen.at
      aber Sie können es auch hier drunterschreiben!

      1. Da bin ich froh. Diese Emailadresse habe ich auf der Seite nicht gefunden oder vielleicht übersehen. Vielen Dank für den hilfreichen Hinweis zur Fehlermeldestelle, lieber Herr Hofinger. Falls bei Recherchen zufällig wieder etwas auftaucht, schreibe ich es Ihnen dorthin per Email.

        Die Lösung zum Vornamenfinden habe ich nach etwas Grübeln und Knobeln inzwischen auch gefunden:
        Man braucht die Vornamen wie Ottilius, Candidus, Meriskus, Medardus usw. statt in der Personensuche einfach in der Volltextsuche eingeben, und schon liefert die Datenbank das gewünschte Ergebnis….

        Die Seite „innsbruckerinnen“ ist jedenfalls ein äußerst praktisches Tool für viele Forschungsfragen, sei es von der Besitzgeschichte eines alten Hauses bis hin zur Frage, wieviele Pfaidlerinnen es früher gegeben hat.

        1. Lieber Herr Auer,
          am „Tag danach“ hat man ja endlich wieder ein wenig Zeit übrig und ich habe Ihre Anregung umgesetzt (lange war die Suche rechts- und linkstrunkiert aber das ergab zu viele unerwünschte Treffer).
          Nun kann man also mit der Eingabe von „Vorname Ottilius“ (ohne Anfz.) nach dem schönen Vornamen suchen. Ich habe es auch in die Anleitung geschrieben. Für Freunde der Statistik:

          Vorname Genovefa -> 311
          Vorname Genoveva -> 217
          Vorname Genofeva -> 74
          Vorname Genofefa -> 0

          1. Vielen herzlichen Dank, lieber Herr Hofinger! Das ist ja toll!
            Jetzt kann man zum Beispiel statistisch analysieren, wie sich die Häufigkeit eines bestimmten Vornamens von Adressbuch-Jahrgang zu Adressbuch-Jahrgang verändert hat.

            Andere Forschungsfragen, die jetzt durch die fabelhafte Vornamensuche lösbar geworden sind, könnten z.B. lauten:
            „Die Nachbarin von Tante Martha im Haus XY, welche immer die gute Marmelade einkochte, hat um 1964 herum mit Vornamen Rosa geheißen. Wie war eigentlich ihr Nachname? Wo ist sie dann später hinübersiedelt?“

            Mit der „Datenbank aller Innsbrucker*innen“ ist diese Frage jetzt mit etwas Glück auf Knopfdruck beantwortbar.

  9. Fun Fact: Genoveva ist die klassische Form von Jennifer. Manche tradionellen alten Vornamen leben interessanterweise in ganz neuen Namen weiter.
    Man findet bei den Innsbruckerinnen neben den Genovevas sogar schon 8 Jennifers und 79 Jennys.

    1976 gibt es sogar zum ersten Mal zwei Studenten namens Kevin und eine Studentin namens Chantal. Davon gibt es heute bestimmt viel mehr Namensträgerinnen und Namensträger in Innsbruck.
    Den späteren Modenamen Jaqueline findet man erst 6 Mal.

    Namen wie Silas, Melvin oder Stacy kommen offenbar erst später nach Innsbruck….

  10. Lieber Herr Hofinger,

    ich bin gelegentlich Gast auf „Innsbruck erinnert sich“ und habe mit Freude das Bild von der Präsentation des letzten Innsbrucker Adressbuches entdeckt (16. Dezember). Da fehlt nur die Rätselfrage, wer hier abgebildet ist bzw. wessen Adresse sich definitiv nicht im Adressbuch 1976 findet.

    Ich nehme an, dass Sie die Abgebildeten kennen, möchte aber dennoch beim Nennen einiger Namen in Erinnerungen schwelgen. So erkenne ich neben Dr. Hye folgende Personen:

    Links außen Dr. Werner Kunzenmann (1920-2012), Tyrolia-Verlagsdirektor, wohnhaft am Sieglanger, später von 1984 bis 1992 mein Chef bei der Kirchenzeitung, die bis 1998 in der Tyrolia nicht nur eingemietet, sondern im besten Sinne auch beheimatet war.

    Am dritten Platz von links steht Dr. Georg Schiemer, Tyrolia-Generaldirektor aus Innsbruck bis 1996, geb. 1926, lebt in Wilten. Das Begrüßungsschnapsl zu meinem Eintritt hat er mir 1980 angekündigt, aber erst 20 Jahre später kredenzt. Dafür dann gleich in Form einer ganzen Flasche. Er war streng, aber es gab auch immer wieder was zu lachen …

    Zweiter von rechts ist Dr. Walter Sackl vom Tyrolia-Verlag. Der „Verlagsbuchhändler “ und langjährige Schriftleiter des Reimmichlkalenders ist erst heuer im 95. Lebensjahr verstorben. Ich habe ihn sehr geschätzt, vor allem seine gesunde kritische Einstellung auch in kirchlichen Angelegenheiten.

    Der vierte von rechts ist Gustl Sonnewend aus Ranggen (1927-2017). Der Tyrolia-Hausgrafiker, Bildbandautor und Illustrator hat u. a. das Logo der Brennerautobahn („b“-Form) entworfen, aber auch das Signet von SOS-Kinderdorf, auf das er wegen seiner schon frühen weltweiten Verbreitung besonders stolz war. Gustl war ein äußerst liebevoller, positiv ausgerichteter und sehr humorvoller Mensch. Jahrelang haben wir Tür an Tür zusammen gearbeitet.

    Ich musste das jetzt einfach schreiben und hänge nur noch schöne Grüße dazu. Auch an Ihren Vater, mit dem ich hin und wieder telefoniert habe (besonders anlässlich der Bewerbung des „Mistapostels“). Alles Gute ihm!

    Hanspeter Kathrein, Telfs

    1. Lieber Herr Kathrein,

      ja Sie haben es erraten, wir hatten eine ungefähre Vorstellung wer uns aus dem Bild zuprostet. Aber es geht nichts über eine kenntnisreiche Beschreibung samt veritablen Kurzbiographien aus der Leserschaft. Wir profitieren ja seit Beginn unseres Bilderblogs täglich von den Rückmeldungen in den Kommentaren, ich werde Ihre Informationen gleich in die Bilderdatenbank des Stadtarchivs zurückspiegeln. Mit dem Grafiker Herrn Sonnewend hätte ich bezüglich der gewählten Schriftart noch ein Wörtchen zu reden, die Texterkennung hat sich damit mehr geplagt als mit den alten Fraktur-Fonts.
      Danke auch für die schönen Grüße an meinen Vater, ich werds ihm morgen ausrichten.

  11. Ich danke Frau Stolz und Herrn Kathrein für die Namen der Personen auf dem Foto.

    Herrn Dr. Hye habe ich „gekannt“, aber persönlich gesehen habe ich ihn erst in späteren Jahren, was mich angesichts des jungen Dr. Hye unsicher werden ließ. Interessanterweise ist mir auch Herr Sonnewend vom Sehen her vertraut, woher er mir bekannt vorkommt, weiß ich aber nicht, Wahrscheinlich eine Ähnlichkeitsverwechslung. Mit Dr. Sackl ergeht es mir ähnlich.

  12. Als zweiter von links ist der städt. Obersenatsrat Dr. Hans Fankhauser zu erkennen, als vierter von links Vizebürgermeister Dir. Arthur Haidl und als erster ganz rechts ist glaublich Chefredakteur des Amtsblattes der Landeshauptstadt Innsbruck Herr Paul Gruber(?) zu erkennen.

    Ich hoffe, dass ich mich da nicht geirrt habe.

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