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Ein Panoptikum

Ein Panoptikum

Dieser Ort ist zu leicht erkennbar, als dass er für ein Rätsel taugen würde. Wir blicken um 1910 in der Gilmstraße Richtung Erlerstraße und der Tiroler Sparkasse. Rechts im Bild ist die 1868/69 errichtete ehemalige Knaben-Volksschule in der Gilmstraße 4 zu sehen. Am linken Bildrand das Hotel-Restaurant „Akademikerhaus“. Weiter die Straße hinunter des damals bedeutende Hotel – Café Central.

Was dieses Bild in meinen Augen aber wirklich auszeichnet, ist das Panoptikum der Menschen und ihrer Funktionen in der ausgehenden Monarchie. Da gibt es den eher böse dreinblickenden „Paketzusteller“, der sich mit mehreren Kisten abquält. Daneben der junge Studiosus, der aus einer Mischung von Neugier und Schüchternheit auf den Photographen blickt. Vor dem Akademiker-Haus steht ein Mann in Uniform. Daneben ein älteres Paar in der damals üblichen bürgerlichen Mode. Hinter dem Paketzusteller radelt ein weiterer Mann mit einem heute so modernen Lastenfahrrad, möglicherweise von der Tuch – und Schnittwarenhandlung Jakob Mayr. Rechts in der Gilmstraße 6, deren Eigentümer der Schlossermeister Alexander Stuchetz war, ein Schild des Schneidermeisters Rudolf Steuer, dessen Geschäft aber eigentlich in der Herzog-Friedrich-Straße 26 gewesen sein müsste. Weiter unten befindet sich bereits die „Bank für Tirol und Vorarlberg“, deren Fenster offenbar gerade gereinigt werden. Auch eine Dienstleistung, die es fast unverändert bis heute gibt.

Vor der Sparkasse stehen mehrere Männer, die ebenfalls den Photographen beobachten. Um diese Zeit waren Außenaufnahmen durch Lichtbildner noch eine echte Attraktion. Auf Höhe des heutigen Eingangs auf den Sparkassenplatz befindet sich ein Obst- und Gemüsestand.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Kr/Pl-106)

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