Ein gekröntes Wappen
Irgendwo in Innsbruck versteckt sich dieses Wappen – oder vielleicht sollte man sagen, dieses Konglomerat aus Wappen?
Im Herzschild finden sich zwei rote Balken auf gelbem Grund, das Wappen der Herzöge von Oldenburg. Links oben prangen drei blaue Löwen auf gelbem Grund, das Wappen Dänemarks, rechts davon drei goldene Kronen auf blauem Grund, das Wappen Schwedens. Auf der unteren Hälfte findet sich links ein goldener Löwe auf rotem Grund, dem Wappen Norwegens, zuletzt am unteren rechten Feld ein goldener Drache auf rotem Grund, das Wappen von Bornholm.
Nun die Frage – wo in Innsbruck ist es zu finden? Und als Bonus: Warum ist es hier?
(Signatur Ph-G-23369)
Dieses Wappen sieht man unter den Lauben, Herzog-Friedrich-Straße 35.
Es handelt sich um das Wappen von Christian I. (1426 – 1481), Graf von Oldenburg, späterer König von Dänemark, Norwegen und Schweden. Er war – zumindest für die Dauer von 22 Jahren – Zeitgenosse von Maximilian I. (1459 – 1519).
Im Jahr 1474 reiste Christian I. über Innsbruck und Mailand nach Rom, wo ihn der Papst von einem Gelübde entband (Reise zum heiligen Grab) und ihm eine päpstliche Bulle ausgestellt wurde, die ihn künftig vor Schleswig-Holsteinischen Wucherzinsen verschonen sollte. (Allg. Deutsche Biographie)
Die Durchreise (der Aufenthalt?) in Innsbruck waren vermutlich nicht der Grund, dass dieses Wappen im Quaternionenadler aufscheint. Vielleicht hatte Christian I. eine Tochter, die Maximilian I. als geeignete Partie erachtete, bevor er sich nach Burgund wandte?
Interessant wäre es aber, den wahren Grund für das Vorhandensein dieses Wappens am Zellerhaus zu erfahren.
Auf der Website „www.welt-der-wappen.de“ von Dr. Bernhard Peter bietet das Wappen-Photos Ortsregister (unter I – Innsbruck – Stadtrichter-Zeller-Haus) interessante Einblicke und Wissenswertes über die dortigen Wappendarstellungen.