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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Ein Frühes Flugfoto

Ein frühes Flugfoto

Ich bin gerade über dieses Foto gestolpert und werde es gleich einstellen. Egal ob es schon gezeigt wurde oder nicht. Eigentlich brauche und soll ich zu dieser doch recht interessanten Aufnahme nicht viel sagen. Das sollen Herr Roilo, Frau Stepanek und die anderen Kundigen machen.

Trotz aller Unschärfe findet man so manches Detail von Interesse. Beispielsweise die mächtigen Straßenzüge, die beinahe noch in Wiesen führen. Oder die „Überland-Straßen“.

Oder die Baracken und Hallen südlich des Eisenbahn-Viaduktes. Die militärischen Großbauten.

Oder die Inseln am Paschberg.

Andererseits ist es überraschend, dass man die Gestöße in den Pradler Feldern noch deutlicher erkennen kann.

Jetzt habe ich ein paar Spuren gelegt, aber um das alte Pradl, das gerade zu sterben beginnt, mache ich einen großen Bogen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-14.725)

Dieser Beitrag hat 29 Kommentare
  1. Gratulation zu dieser vorsintflutlichen Aufnahme!
    Ja – von dem Schrägen Weglein habe ich schon gehört – von der Ecke Defreggerstraße – Pradlerstraße … als Abkürzung hinauf zur Lindengassen und deren damals womöglich noch namenlosen Fortsetzung Dr Glatz Straße – aber um Himmels Willen! Auf welche G’stättn führt denn d i e hin? (Der allerletzte sichtbare Rest dieses Wegls ist, wie allgemein bekannt, die Didusch-Hofeinfahrt)
    Und drüben am Dodlbichl – das Grundstück, an welchem trotz des heutigen trüben Wetters hoffentlich schon wieder reger Baustellenlärm herrscht, das ist sehr gut in seinem Ausmaß zu sehen. Bepflanzt scheint es nicht zu sein.

    Das Conradkasernenareal ist ja schon links der späteren Dr Glatz Straße erkennbar, auch schon mit gärtnerisch regelmäßig gepflanzter Buschbegrenzung.
    Bei unserem altpradl lasse ich gerne dem Roilo-Manfred den Vortritt – da täte ich mich womöglich unsterblich blamieren. Ich bin ja erst seit 1968 dort polizeilich gemeldet, gell.

    Aber im Saggen – da ist anscheinend schon das Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Greisenasyl im Bau. Moment – da müßte die Sieberersche Stiftung, das Waisenhaus, ja schon stehen. Da muß ich wohl besser schauen.

    1. Jetzt hab ichs gefunden – ich war geblendet von der Messehalle und dem großen Messeareal nördlich davon. Und dem dreieckigen Urwald, dessen Areal jetzt unsere wunderbare Bundesbahndirektion schmückt.
      Eine Zusatzfrage: Das niedere kleine Häus#chengewirr, nordwestlich des Greisenasyls – sind das jene Arbeiterhäuschen, die in Leokadia Justmanns Buch erwähnt sind? Sie habe dort in Untermiete gewohnt, als sie in der Baur Foradori Fabrik an einer Selfaktorenspinnmaschine gearbeitet hatte (vorher, In Amras, zuöberst am Bichlweg, war der tägliche Weg morgens zur Arbeit wohl allzu weit und mühsam gewesen) – und bevor sie ins Polizeigefängnis „überstellt“ wurde, von wo ihr die Flucht gelang. – Weiß man Näheres über diese Häuschen?

    2. Man sieht, die Frau Stepanek ist früher aufgestanden wie ich und hat schon so viele Themen angeschnitten! Ich bleibe in Pradl und tobe mich hier aus! Es stimmt auf alle Fälle: Ein tolles Foto!
      Hinauf zum Anfang von Frau Stepanek’s Beitrag: Fortsetzung Dr. Glatz Straße zur „Gstättn“. Endlich sehe ich ein Bild der Schottergrube im ganzen ursprünglichen Ausmaß! Ich habe sie ja schon in mehreren Beiträgen erwähnt! Nach Auflassen der Schotterentnahme wartete sie bis nach dem Zweiten Weltkrieg auf das endgültige Zufüllen mit dem Innsbrucker Bombenschutt. Zwischenzeitlich war sie auch „Truppenübungsplatz“, sowohl für die Wehrmacht als auch für die Alliierten. Ich glaube auch, dass die Bezeichnung „Stalingrad“ für das ganze Premstraßenviertel in dieser kriegerischen Verwendung der Grube ihren Ursprung hat.

    3. Als nächstes hat Frau Stepanek auf das Areal hingewiesen, auf dem nun wieder von der ZIMA fleißig gebaut wird – also im Bereich des Dodlbichls. Auf dieser Fläche stand ja während des Ersten Weltkrieges eines der Pradler Barackenlager. In einem Beitrag war davon schon die Rede und ich habe ein Foto eingestellt – muss es erst suchen! Ob man beim Aushub für die neuen Wohngebäude irgendwelche Überbleibsel gefunden hat?

    4. Als nächstes hat Frau Stepanek auf das Areal hingewiesen, auf dem nun wieder von der ZIMA fleißig gebaut wird – also im Bereich westlich des Dodlbichls. Auf dieser Fläche stand ja während des Ersten Weltkrieges eines der Pradler Barackenlager. In einem Beitrag war davon schon die Rede und ich habe ein Foto eingestellt – muss es erst suchen! Ob man beim Aushub für die neuen Wohngebäude irgendwelche Überbleibsel gefunden hat? Wenn ja, dann hat man es sicher schnell wieder vergraben, um nur nicht den Baufortschritt zu hemmen.

    5. Zu Altpradl, Frau Stepanek: Wir können uns ja die Arbeit teilen – bis 1968 bin ich zuständig, nach 1968 weiß ich nicht mehr viel, da war ich schon endgültig im Oberland angekommen.

    6. Aus Altpradl selbst kann man nicht allzuviel entnehmen, zu unscharf alles! Das Jugendheim des Peter Mayr Bundes sticht heraus, mit seinen Fußballplätzen und dem legendären dreieckigen Schwimmbad.

      Zu den Straßenzügen: Über die Egerdachstraße wurde ja schon an anderer Stelle geschrieben. Gut sichtbar ist auch der Straßenzug Gaswerkbrücke – Gaswerkstraße inklusive den heute nicht mehr zu sehenden Teil durch den Stadtpark (der hier besonders gut ausgebaut ist und neu ausschaut) – Amthorstraße. Man nannte diesen Weg den „Grattlerweg“. Hier fuhren die Fuhrwerke, die alles, was so in der Stadt anfiel, an den Stadtrand brachten. Innsbruck wartete schon deshalb sehnsüchtig auf die Eingliederung Pradls. Die „Suagrattler“ waren nicht gerade angesehen Leute, ich kannte es noch als Schimpfwort!
      Auf diesem Foto kann man gut die Auswüchse dieser Ablagerungen erkennen. Später wurde an der Geländekante des Sillschüttkegels ein Betonbunker errichtet, in der die mehr oder weniger flüssigen Teile der Fäkalien zum Absitzen geschüttet wurden – eine große Suagrube also. Ich kann mich noch gut an dieses Bauwerk erinnern, das allerdings zu meiner Kinderzeit schon außer Betrieb war, es gab ja inzwischen schon die Abwasserkanäle. Allerdings diente dieser Bunker später als Fundament für die Notkirche und einer Weinkellerei.

      Ach, was kann man auf diesem Foto alles sehen!!

      1. Da habe ich mich vorher in eine Begeisterung hineingeschrieben und nichts mehr durchgelesen! Es geht um den „Ragglerweg“ und um die „Suaraggler“!

  2. Ein wahrlich interassentes Zeitdokument! Der Aufnahmezeitpunkt muss vor 1898/99 sein, denn das Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion Innsbruck wurde in diesem genannten Zeitraum errichtet.

  3. Ich muss meinen Kommentar revidieren. Bei genauer Betrachtung des Bildes, insbesondere auf den Standort des ehem. Diongebäudes. Dieses ist nämlch schon vorhanden. Erkennbar am charakteristischen Treppenaufgang.
    Das „Jubiläums Greisenasyl“ wurde 1909 eroffnet. Folglich muss die Aufnahme kurz vor der Eröffnung des Altersheimes entstanden sein.

    1. „… oder doch nur ein schlechter Ausschnitt aus dem Titelfoto von…“

      Das klingt nach einem schnellen Vergleich der beiden Bilder doch sehr plausibel.

  4. Ich datiere das Flugbild jedenfalls vor 1906. Die evangelische Christuskirche im Saggen ist noch nicht zu sehen, auch nicht als Baustelle, und wurde am 20. Mai 1906 nach kurzer Bauzeit 1905/1906 eingeweiht. Die Häuserzeile Amraser Straße 39-41 (zwischen Pradler Straße und Lindenstraße) steht schon und in innsbruckerinnen.at finde ich erste BewohnerInnen der Häuser im Jahr 1906.

  5. Meine Recherche und ein Vergleich der Bilder auf zwei Bildschirmen ergab das Folgende:

    Ja, es ist ein Ausschnitt der Aufnahme, von welcher Herr Roilo hier den Link https://innsbruck-erinnert.at/ohne-fleiss-kein-preis/
    bereits veröffentlichte.
    Im Vergleich mit diesem sind die selben Fehler / Störungen / Verschmutzungen erkennbar. Demnach handelt es sich um keine Luftbildaufnahme, sondern die Aufnahme von Herrn Richard Müller vom Hafelekar aus. Datiert sei diese Aufnahme mit „März 1925.“

    Dafür spricht auch, dass sich die Rotunde, welche 1896 errichtet wurde und sich bis zu deren Abbrennen im Jahre 1906 neben dem Diongebäude befand. Die Neuerrichtung erfolgte dann am heutigen Standort bei der ehemaligen Talstation der Hungerburgbahn.

    https://innsbruck-erinnert.at/ein-verwaltungs-palast/

    1. Vom Pradler Friedhof sieht man auch noch nichts! Laut Wikipedia hatte der Kapellerwirt Happ in Amras 1909 den Grund der Stadt für 12 Kronen pro Quadratklafter überlassen, 1912 – 1913 wurde der Friedhof angelegt.

    2. Wenn man innsbruckerinnen.at Glauben schenken darf, dann war das Haus ID 12137 Pembaurstraße 9 (später 14 bzw. Pradl 37) schon 1902 bewohnt. Hier fehlt es noch!

  6. U(nd was wissen wir über die Dodlkapelle? Stand sie vielleicht zwischen diesen beiden Bäumen an der Kurve der Egerdachstraße Richtung Südosten? Ich kann es nicht genau erkennen – ebenso weiß ich nicht, ob der „Verlauf des Pradler Bachls“ am Bild tatsächlich erahnbar – oder nur in meiner Einbildung existent – ist.

      1. Freilich erinnerte ich mich an diesen Beitrag – aber da stand sie (am Foto) nicht zwischen Bäumen, sondern ziemlich nackert neben dem Weg.
        Haben Sie sie eigentlich noch „kennengelernt“?
        Ich natürlich nicht. Wann – warum – wie – und von wem wurde sie abgerissen?
        Baufälligkeit?
        Bedarfsmangel?
        Verkehrshindernis?
        Dem Zeitgeist nicht mehr entsprechend?
        Oder weil sich keiner zuständig fühlte?
        Das wird sich nach so vielen Jahren nicht mehr klären lassen.

    1. Frau Stolz hat in https://innsbruck-erinnert.at/eine-haeuserzeile-sucht-ihren-standort/ folgenden Eintrag gemacht:
      Ingrid Stolz
      19. Februar 2025 um 14:03 Uhr
      Der Innsbrucker Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 11. Juli 1905 den Bau von (vorerst 2) Arbeiterwohnhäusern in der Amthorstraße (IN, 12. Juli 1905, S 8), letztendes wurden es wohl 3. Unter der Rubrik „Die Bautätigkeit in Innsbruck 1906/07“ schreiben die IN am 31. Dez. 1906 auf S 39: „Im Gebiete der ehemaligen Gemeinde Pradl sind vor allem zu erwähnen die drei Arbeiterwohnhäuser mit drei Stockwerken in der Amthorstraße, errichtet von der Stadtgemeinde Innsbruck; die Objekte sind bereits unter Dach.“

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