Die Zähmung des Ramsbachs
Wer einen Blick auf die Gefahrenzonen in Innsbruck wirft – was man eben in seiner Freizeit so tut – der wird sehen, dass große Teile von Vill und Igls in einer sogenannten „gelben Zone“ liegen. Das kommt nicht nur von den Mooren, die sich dort befinden, sondern vor allem vom Ramsbach der durch diese Stadtteile fließt.
Der Ramsbach (auch Viller Bach genannt) entspringt aus dem Zusammenfluss des Igler-Alm-Grabens und Lanser Grabens und wird später noch vom Lanser-See-Bach gespeist. Er berührt neben Vill und Igls auch wenige Meter nach seiner Entstehung das Gemeindegebiet von Lans und – weiter unten dann – Wilten, wo er schließlich in die Sill mündet. Sieht man sich das kleine Gewässerchen an, ahnt man gar nicht was für ein großes Einzugsgebiet er hat.

Der heute unterirdisch verlaufende Teil des Ramsbachs vor dem Gasthof Traube.
Im April 1971 wurde das Bachbett im Viller Ortskern ausbetoniert. Teilweise fließt der Bach auch unterirdisch, um zwischen dem Gasthof Traube und der Feuerwehr die Straßenseite zu wechseln.
In Igls erhielt der Bach im Oktober 1997 ein neues Gerinne, aufgrund von Einsturzgefahr und eines zu geringen Fassungsvolumen im Falle eines Hochwassers und so fließt er seither auch in diesem Bereich an einigen Stellen unterirdisch.
Was jedoch noch immer ein kleines Rätsel bleibt: wo kommt eigentlich der Name „Ramsbach“ her?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-9122, Ph-9540)
Zum Zeitpunkt der Aufnahme war ich 15 Jahre alt und habe dort gewohnt. Mich verwundert, dass ich mich an diese Bauarbeiten überhaupt nicht erinnere.
Als ich etwa zehn Jahre alt war gab es eines Sommertages ein, wie es bei uns bezeichnet wurde „Hochwetter“ um vier Uhr früh. Der Ramsbach floss über den Dorfplatz und als der Wirt des Gasthofes Traube die Türe öffnete, durch die Türe hinein und durch die Hintertüre hinaus. Uns Buben hat das sehr beeindruckt!
Das Lebensmittelgeschäft links im Haus war das einzige in Vill. Zimmer wurden vielleicht noch vermietet, Gastwirtschaft nicht mehr betrieben.
Das kleine Häuschen links der Straße war – allerdings lange vor meiner Zeit – eine Mautstelle.
Heute bietet der Gasthof Traube ein erbärmliches Bild.
Noch eine Erinnerung: Das Haus ganz links im Bild gehört auch heute noch der Stadt Innsbruck und damals nannte man es Gemeindehaus. Es wurde zum Zeitpunkt des besagten Hochwassers von zwei – zumindest für uns Kinder – älteren kinderlosen Ehepaaren bewohnt. Eines im ersten Stock, das andere im Erdgeschoß, besser Tiefparterre und heillos zerstritten. Während die unten mit Kübeln verzweifelt versuchten den Ramsbach aus dem Haus zu halten, schauten die oben bei geöffnetem Fenster seelenruhig zu.