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Die Wüste Obi

Die Wüste Obi

Vielleicht haben Sie es schon gehört, dieser Tage wurden in Peking die Olympischen Winterspiele eröffnet, zu denen man ja jetzt auch Olympiade sagen darf. Bisher ist dem Autor dieser Zeilen noch kein Bericht untergekommen, der vergessen hätte, auf die extreme Trockenheit und Schneelosigkeit der Gegend hinzuweisen. Die Rache des Journalisten ist bekanntlich das Archiv, also sind Archivare im Umkehrschluss besonders dazu geeignet, Reporter ein wenig bei der inhaltlichen Relevanz bzw der Einzigartigkeit ihrer Beobachtungen zu begleiten. Sie werden die Redakteursweisheit über die Kunstschneebänder doch bei jedem einzelnen Skirennen zu hören bekommen, darauf wette ich.

Im Titelbild dieses Beitrags fliegt ein unbekannter Fotograf in einem unbekannten Jahr in frühlingshafter Landschaft über eine Veranstaltung im Bergiselstadion, die aufgrund der weißen Zunge im Aufsprung wohl eher nicht die Papstmesse im Juni 1988 zeigt, sondern – natürlich fehlen die Feuerschalen – ein nordisches Sport-Ereignis aus der Zeit vor 1964. A propos 1964: Da soll ja überhaupt kein Brösel Schnee zu finden gewesen sein in ganz Tirol.
Originell und familienfreundlich der direkte Anschluss der Aufsprungmulde an einen kleinen Eislaufplatz. Im Schnee tummeln sich einige der „Brettler“, die früher das an solchen Tagen gern aus dem tiefsten Stubai per LKW herbeigeschaffte weiße Gold von oben hinunter verteilten. Es ist, den Windsäcken nach zu schließen, kein Föhntag. Die ersten Springer werden bald mit Friedhofspanorama in die Anlaufspur steigen.

(Sammlung Kreutz)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Das Bild ist lange vor der Oly 64 aufgenommen worden.
    Der Buchhof steht noch, der Autoelektriker Steger noch nicht, und ich bilde mir ein, der Gasthof Ferrarihof ist grade im Rohbau fertig.

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