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Die Straßen Von Innsbruck – Die Kochstraße

Die Straßen von Innsbruck – die Kochstraße

Die Kochstraße erhielt ihren heutigen Namen am 21. März 1884. Damals beschloss der Innsbrucker Gemeinderat die Umbenennung dreier Straßen – neben der erwähnten auch der Biener- und der Claudiastraße. Ihr Namensgeber ist Joseph Anton Koch (1768–1839) war ein bedeutender Landschaftsmaler. Er stammte aus einer armen Familie aus dem Lechtal. Sein Vater war ein fahrender Zitronenhändler, der sich in Obergiblen niederließ.

Das Ehepaar Joseph und Anna Elisabeth Koch hatte elf Kinder, von denen jedoch nur drei, Joseph Anton und zwei seiner Schwestern, überlebten. Die Eltern waren um seine Bildung bemüht und schickten ihn in die Schule im benachbarten Elbigenalp (damals noch keine Selbstverständlichkeit, die allgemeine Schulpflicht wurde erst 1774, sechs Jahre nach seiner Geburt, eingeführt). Sein dortiger Lehrer, Lukas Liskodin, bemerkte bereits das malerisches Talent des Jungen, der alle seine Unterlagen mit Zeichnungen versah – aber dennoch auch dem Schulunterricht folgte und gute Noten erhielt. Während seiner Schulzeit machten sich Vermesser auf, um das Gericht Ehrenberg zu vermessen. Dem enthusiastischen Joseph Anton gelang, sich den Vermessern als Gehilfe anzuschließen. Er beobachtete die Vermesser bei ihrer Arbeit und fertige selbst Zeichnungen an, die großes Lob von ihnen ernteten. Während er mit den Geodäten durch das Land wanderte, versuchte seine Mutter den Haushalt über Wasser zu halten, da der Vater auf Geschäftsreise war. Anscheinend wurde er als Gehilfe der Vermesser nicht sonderlich gut entlohnt, denn die Mutter fand eine Anstellung als Hirte für ihn, die er, schweren Herzens, annehmen musste.

Während er bei Steg die Schafe hütete, ging er bei jeder Gelegenheit seiner wahren Berufung nach – wenn er kein Papier hatte, ritzte er Figuren in Holz und Stein. Während er missmutig die Steine mit seinen improvisierten Zeichnungen herumtrat, reiste der Weihbischof von Augsburg durch das Lechtal, um dort Firmungen durchzuführen. Joseph Antons ehemaliger Lehrer zeigte ihm bei dieser Gelegenheit die Zeichnungen seines Schülers, die den Bischof schwer beeindruckten. Der Bischof versprach, den talentierten jungen Künstler nach Kräften zu unterstützen. Auf Drängen der Mutter kam er jedoch zuerst an die Universität Dillingen, jedoch befand ein dortiger Professor ebenfalls, dass Joseph Anton eine künstlerische Laufbahn verfolgen sollte. Mit Unterstützung des Bischofs kam er so nach Augsburg, um bei einem Meister in die Lehre zu gehen. Bald überflügelte er jedoch seinen Meister und so setzte er seine Ausbildung, erneut mit bischöflicher Förderung in Stuttgart fort, wo er sieben Jahre verbrachte. Anschließend zog es ihn nach Frankreich, in die Schweiz und schließlich nach Italien, über Mailand und Florenz nach Rom. Dort heiratete er und ließ sich erneut längere Zeit nieder, bis ihn die Wirren der Napoleonischen Kriege zwangen, die Ewige Stadt zu verlassen. Das Ehepaar zog zuerst nach München, dann nach Dresden und anschließend nach Wien, ehe sie nach den Kriegen jedoch wieder nach Rom zurückkehrten. Durch seinen großen Erfolg war es Joseph Anton möglich, seine Familie im Lechtal regelmäßig finanziell zu unterstützen.

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(Titelbild: Die Kreuzung Kochstraße – Kaiserjägerstraße; Signatur Ph-PI-755)

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Bei den Buben auf dem Foto handelt es sich ganz bestimmt um Rudolf und Bohuslav Vetter von der Lilie, die Söhne des „unbekannten Fotografen“ Rudolf Vetter von der Lilie und Theodolinde vulgo Linda geb. von Enzenberg.

    Auf diesem Bild eines winterlichen Spaziergangs tragen die Buben sogar die selben Jacken, wie man an den Knöpfen erkennen kann:
    https://innsbruck-erinnert.at/weihnachtsspaziergang/

  2. Entschuldigung!, ich weiß nicht – täuscht es mich bloß – oder war unter dem Eckerkerfenster des 2. Stocks tatsächlich eine Malerei angebracht??? – so eine Art „Abraham opfert seinen Sohn Isaak“
    (Diagnose wahrscheinlich „Allzu blühende Phantasie“)

    1. ….und auch in der ebenerdigen Nische im Erdgeschoß unter dem Eckerker scheint einefigürliche Malerei gewesen zu sein, allerdings schon ziemlich verwittert. Damalige „Kunst am Bau“ halt – und ebenso „dahingegangen“

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