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Die Mammutbäume Vor Der Innsbrucker Hofburg

Die Mammutbäume vor der Innsbrucker Hofburg

Gegenüber der Innsbrucker Hofburg standen tatsächlich einmal zwei Mammutbäume. Der Allgemeine Tiroler Anzeiger berichtete am 23. Juli 1928 folgendes über diese eindrucksvollen Bäume: „Heute bilden das Wahrzeichen der dortigen wohlgepflegten Anlagen die zwei noch jugendlichen Mammutbäume (Sequoia gigantia) an der Südseite des Leopoldbrunnens mit ihren wohl infolge weniger guten Nährbodens etwas zu stumpfkegeligen Wipfeln.“

Aber nicht nur der eher ungeeignete Boden machte den Mammutbäumen zu schaffen, sondern auch das Tiroler Klima. Im besonders kalten Winter 1928/29 nahmen sie großen Schaden. Im Tiroler Anzeiger vom 20. März 1929 wurde darüber berichtet: „Opfer der strengen Winterkälte: Freunde und Bewunderer der städtischen Grünanlagen bedauern den Hingang von zwei wunderschönen Mammutbäumen vor der Hofburg gegenüber den Stadtsälen; so weit von ihrer Heimat Kalifornien [entfernt] flankierten sie in ihrer stolzen Pracht viele Jahre als treue Wächter den Leopoldsbrunnen; die außerordentliche und ununterbrochene Kälte des heurigen Winters aber rief sie frühzeitig ab. Es wird nicht leicht sein, ähnlich schöne und wertvolle Bäume an ihre Stelle zu setzen. Seit ungefähr vierzehn Tagen beklagen die vielen Innsbrucker, die mittags vor dem Stadttheater in der warmen Frühlingssonne sich ergehen, das täglich deutlicher sich zeigende Hinsinken dieser selten schönen beiden Kameraden.“

Die Innsbrucker Mammutbäume wurden sogar auf einer Briefmarke verewigt, wie im Tiroler Wastl vom 30. Oktober 1929 nachzulesen ist: „Interessant ist jedenfalls für Innsbruck der Umstand, daß auf der neuen 40 Groschen-Briefmarke die alten zwei kalifornischen Mammutbäume noch in ihrem schönen Nadelschmucke sichtbar sind, die dem heurigen überaus kalten Winter nicht standhalten konnten und demnächst ausgegraben werden müssen.“

Das Titelbild dieses Artikels zeigt eine Ansicht der Innsbrucker Hofburg mit der schneebedeckten Nordkette im Hintergrund. Rechts im Vordergrund sieht man eine Grünfläche auf der einer der Mammutbäume zu erkennen ist. Beim Fotografen handelt es sich um Dr. Gabriel Külley, der ab 1925 in den Innsbrucker Adressbüchern aufscheint und zwar zuerst in der Meinhardstraße 5, ab 1937 dann am Bozner Platz 7. Ab 1933 war Dr. Gabriel Külley als künstlerischer Landschaftsfotograf gemeldet.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer-2-326)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Im Botanischen Garten kann man/frau alle drei Mammutbaumarten finden. Der hier beschriebene Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), ein ca. 30 jähriges Baby mit ca. 27m Höhe, steht nahe dem Haupteingang. In der südwestlichsten Ecke unseres Parks findet sich der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) und sehr versteckt, ein kleines Exemplar vom Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), findet sich westlich der großen Glashäuser. Der bereitet uns am ehesten Sorge, da es mit seiner Winterhärte nicht so weit her ist.

      1. Danke, das war mir nicht bekannt! Ich werde mir den Baum sicher anschauen wenn ich in Imst bin. MIch wundert, dass der 150jähreige nicht größer ist als unser Baby. Ich habe die Giganten auf der Insel Mainau gesehen. Die sind laut Wiki 1864 gepflanzt, also etwas älter, doch bekommt man bei ihrem Anblick eine Vorstellung davon, was die noch vorhaben.

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