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Die „kropferte Liesl“

Die „kropferte Liesl“

Wie im letzten Beitrag erwähnt, liefere ich heute Informationen zu Erzherzogin Maria Elisabeth (1743-1808). Geboren wurde sie als sechste Tochter von Maria Theresia und Franz Stephan am 13. August 1743. Als Teil der Heiratspolitik Maria Theresias sollte sie eigentlich an den französischen König Ludwig XV. (1710-1774) verheiratet werden. Bevor es jedoch zu einer entsprechenden Vereinbarung kam, erkrankte Maria Elisabeth an den Pocken. Zwar erholte sie sich wieder, jedoch hinterließ die Krankheit Narben in ihrem Gesicht. Aus diesem Grund waren die Chancen am Heiratsmarkt schlecht und sie blieb in Wien. Nach dem Tod Maria Theresias im Jahr 1780, wollte Joseph II. mit der „Weiberwirtschaft“ am Wiener Hof aufräumen und so kam es, dass Maria Elisabeth ab 1781 die erste und einzige Äbtissin des Damenstiftes in Innsbruck wurde, welches 1765 in Gedenken an den Tod ihres Vaters gegründet worden war. Die „kropferte Liesl“ wie sie aufgrund eines dreifachen Kropfes genannt wurde, soll besonders gesellig und unterhaltsam gewesen sein, war gleichzeitig aber auch für ihre scharfe Zunge bekannt. 1805 floh sie vor den napoleonischen Truppen nach Wien und dann Linz, wo sie 1808 verstarb.

Das heutige Beitragsbild ist das Portrait Maria Elisabeths in ihrer Funktion als Äbtissin. Darauf trägt sie Ornat und Brosche des Damenstiftes. Links hinten lehnt der Äbtissinnenstab, davor liegend der österreichische Erzherzogshut. Sie haben bestimmt bereits erkannt, dass es sich bei dem Portrait um dasselbe Bildnis wie auf dem Fächer von letzter Woche handelt.

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-G-21149)

(Autorin: Sabrina Schober)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Vor Jahren erfuhr ich im Zuge einer langen Museums Nacht von (damals) 3 Stifts-Damen die im adelige Damenstift leben das kurioser Weise immer noch besteht. Auch deren rührige Geschichte erfuhr man damals. Jedoch tragen sie heute weder eine Ordenstracht, noch wird das mit den 2 täglichen Messen und sonstigen Betstunden so eng gesehen. Der Tiroler Landeshauptmann ist als Nachfolger der Tiroler Landesherren nunmehr für die Bestellung der Stiftsdamen zuständig.

    1. Sehr geehrter Herr Pechlaner,

      Genau! Ich glaube, mich ebenfalls daran zu erinnern, dass ich vor einigen Jahren etwas von 2-3 Stiftsdamen gehört habe. Neben der Ordenstracht dürfte man wohl vermutlich auch die „Adelsprobe“, also den Adelsnachweis abgelegt oder wenigstens die Anzahl der mindestens erforderlichen adeligen Vorfahren heruntergesetzt haben. Mit dem Landeshauptmann als Zuständigen haben Sie vollkommen recht. Zum Damenstift selbst folgt am Montag noch ein Beitrag.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Sabrina Schober

  2. Diesen Beitrag kann ich damit ergänzen, dass mein Vorfahre Johann Gottfried (ein?) Leiblakai von Erzherzogin Elisabeth war und 1813 in der Hofgasse 42 verstorben ist.
    Wenn die familiären Erzählungen stimmen, dürfte das Stift mit seinen Diensten sehr zufrieden gewesen sein, weil nach seinem Ableben seine Pension noch weiter an seine beiden ledigen Töchter weiter bezahlt wurde, – bis 1859!

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