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Die Auckenthaler-Route

Die Auckenthaler-Route

Die Geschichte von Kaiser Maximilian I., der sich in der Martinswand verstieg, kennen die meisten Tirolerinnen und Tiroler. Auch bei „Innsbruck erinnert sich“ ist dazu bereits ein Beitrag erschienen: Maximilian in der Martinswand – Innsbruck erinnert sich

Die erste – offiziell bekannte – komplette Durchsteigung der Martinswand gelang dem in den 1930er Jahren durch seine zahlreichen Erstbesteigungen bekannt gewordenen Alpinisten Matthias Auckenthaler zusammen mit dem Innsbrucker Bergsteiger Hans Frenademetz. Natürlich berichtete die Presse über diese Erstbesteigung. So erschien zum Beispiel im Grazer Tagblatt vom 20. Juni 1932 ein Artikel in dem es unter anderem heißt: „Zwar wurde vor fünfzig Jahren der genannte Steig hinauf zur Grotte gebaut, sonst begnügte man sich mit Hinaufschauen und frommem Schau­der. Um die Jahrhundertwende aber kam die Martinswand in Mode. Ihre Durchkletterung wurde oft versucht und auch, allerdings in keineswegs idealem Durchstieg „gelöst“. Die direkte Durchkletterung aber blieb ein un­gelöstes „Problem“. Daß es aber lösbar ist, haben vor wenigen Tagen die zwei jungen Innsbrucker Hias Auckenthaler und Hans Frenademetz bewiesen. Nur ein Manko hat die schöne Leistung: Die Tour „zählt“ nämlich nicht, denn der richtige Bergsteiger darf nur das offiziell als Gipfel buchen, was mindestens 1500 Meter hoch ist. Da muß die Martinswand noch ein gut Stück wachsen, bis sie tourenberichtsfähig geworden ist.“

Die sogenannte „Auckenthaler Route“ erfreute sich in Folge bei zahlreichen Bergsteigern – obwohl sie sehr anspruchsvoll war und ist – großer Beliebtheit. Auf dieser Route passierten aber immer wieder schwere Kletterunfälle. Über einen dieser Unfälle, der in diesem Fall zum Glück glimpflich ausgegangen ist, berichtete die Tiroler Tageszeitung am 1. März 1976: „Zwei Innsbrucker Studenten, der 20jährige Nikolaus Hochmair und der 25jährige Johann Ramler, unternahmen am Samstag eine Klettertour durch die Auckenthaler-Route der Martinswand bei Zirl. Hochmair führte, Ramler kletterte am Seil nach. Nachdem die beiden Kletterer zwei Drittel der Wand durchstiegen hatten, stürzte Ramler plötzlich 40 Meter ins Seil. Obwohl er unverletzt blieb, konnte er sich aus eigener Kraft nicht mehr aus seiner Lage befreien. Um die Mittagszeit wurden vom Gendarmerieposten Zirl Bergungsmaßnahmen eingeleitet. Zwölf Angehörige der Bergrettung unter Leitung eines Bergrettungsarztes führten mit Unterstützung durch den Flugrettungsdienst Innsbruck die Bergung der beiden Kletterer durch. Sie wurden mittels Stahlseilgeräts bis zum Fuß der Wand abgeseilt. Ramler der zweieinhalb Stunden im Seil hing, überstand dies ohne gesundheitlichen Schaden. Nach Ansicht des erfahrenen Bergrettungsarztes verdankt er dies nur seiner sehr guten Kletterausrüstung.“

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-36712, Ph-38109)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Ausgesprochen interessant, der Artikel.
    Zur Ergänzung: da hat´s doch amal eine gebm, ich glaub de hat Walli Geier gheißen, oder so. De hat auch so wilde Klettertouren unternommen. Näheres weiß i aber nit.

  2. Frau Waltraud, zur Vorsicht besser das Waltraud*er, hätte statt der Direttissima sicher einen Umweg gemacht um am nächstbesten Adlernest mit der „Geierin“ eine Runde zu raufen.

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