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Der Wiltener Männerchor – Sangesfreude Seit 1956 –  Ein Rückblick                    Teil 3

Der Wiltener Männerchor – Sangesfreude seit 1956 – Ein Rückblick Teil 3

Die letzten Jahre des Wiltener Männerchors waren schon geprägt von großartigen Konzerten und Konzertreisen. Im Jahr 1985 sollte die bisher größte Reise der Sänger stattfinden: Griechenland stand am Plan. Vorher allerdings begab sich der Sängertross noch auf die Spuren von Jakob Prandtauer. Im Mai ging es über Steinakirchen nach Melk wo in der Stiftskirche Motetten der Ostkirche und die Missa in c-moll von Franz Liszt auf dem Programm standen. Der gesellige Teil der Reise kam auch diesmal nicht zu kurz: Kellerheuriger beim Gritsch und Weinverkostung im Kellerschlössl zu Dürnstein rundeten das Programm ab.

Am 30.8.1985 war es dann endlich soweit. Der „Wiltener Männerchor“ brach zu seiner bisher größten Reise auf. Vom Initiator der Reise, dem Präsidenten der Österreichisch-Griechischen Gesellschaft, Lefteris Gregoriadis, wurde ein tolles Programm zusammen gestellt, das den Chor von Nordgriechenland bis auf die Insel Zakythos führen, ihm ein Griechenland abseits der Tourismusströme zeigen, aber auch mit täglichen Konzerten und Tagesetappen in teils mäßig luxuriösen Bussen bis zu 400 km an die Substanz der Sänger gehen sollte. Ein Höhepunkt jagte den anderen. Konzerte in Ptolmaida und Kozani eröffneten den Reigen. Eins der absolute Highlights waren sicherlich der Besuch eines Klosters auf dem ausschließlich für Männer zugänglichen Berg Athos und das anschließende Konzert in Arnea auf welches das Publikum aufgrund unserer Verspätung geduldig 1 1/2 Stunden (!) wartete. Die nächste Station war die Insel Lefkas, wo der Chor in Anwesenheit des orthodoxen Bischofs ein Konzert gab. Die Übernachtung in Betten eines Jungscharlagers unter freiem Himmel blieb jedem Teilnehmer auf ewig in Erinnerung.

Man bedenke, dass alle Konzerte erst zwischen 21.00 h und 22.00 h begannen und damit das Abendessen um Mitternacht stattfand. Dieser Rhythmus war für die Tiroler Mägen eine Herausforderung und wurde von diesen, wie sich beim nächsten Konzert herausstellen sollte, nicht bis zum Ende der Reise toleriert. Dieses letzte Konzert fand im Hauptort von Zakythos statt. Der Chor war ja berühmt für sein Pianissimo. Dieses ging allerdings im Lärm der vorbei ratternden, auspufflosen Mopeds der Insel unter. Da die angesprochenen Sängermägen teilweise nun endgültig den Betrieb einstellten und sich die Sänger reihenweise hinter die Bühne zu unserem Chorarzt flüchteten, ging unser letztes Konzert als „Lazarettkonzert“ in die Annalen der Chorgeschichte ein. Wer jetzt glaubt, danach konnte nichts mehr passieren liegt falsch. Wir wurden mit dem Bus zum Flugplatz in Athen gebracht, allerdings zum falschen. Es war sicherlich ein einmaliges Ereignis in dieser Stadt, dass ein 40-köpfiger Männerchor mit Taxis quer durch Athen zum anderen Flugplatz gekarrt wurde! Die Geschichte des Chors geht im nächsten Teil weiter.

Manfred Mingler

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