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Der Vorgänger Des Christkindlmarktes – Der Nikolausmarkt

Der Vorgänger des Christkindlmarktes – Der Nikolausmarkt

Der Nikolausmarkt fand immer am 4. und 5. Dezember statt. Bis 1920 wurde der Markt in der Maria-Theresien-Straße rund um die Annasäule abgehalten. Der immer zunehmende Verkehr verdrängte althergebrachte Sitten und Gebräuche, so auch den Markt.
Nach mehrmaligen Platzwechseln wurde der Nikolausmarkt schlussendlich in die Wilhelm-Greil-Straße verlegt. Im Jahr 1926 waren es um die 150 Verkaufsstände. Viele fanden in der kurzen Straße keinen Platz und sie mussten in die Gilmstraße und längs des Bozner Platzes ausweichen.
Zum Kaufen gab es bekannte Artikel, wie Galanteriewaren, Devotionalien, Zuckerbäckerei- und Lebzelterwaren, Obst, Südfrüchte, Kinder- und Holzschuhe und einiges mehr. Fehlen durften natürlich auch nicht die Ruten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam der Nikolausmarkt vor dem Ursulinenkloster am Innrain einen neuen Standort.1960 wurde er auf den Platz vor der neu errichteten Markthalle verlegt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-24617, um 1919)

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Auf dieser wunderbaren Postkarte sieht man die Annasäule bereits mit den barocken Putti, ein interessantes Indiz, dass das Bild nach 1905 entstanden sein dürfte. Diese Putti wurden ja 1905 wieder angebracht, nachdem sie über 40 Jahre auf dem Dachboden des Landhauses friedlich geschlummert haben.
    Dort sind sie gelandet, nachdem 1864 der originale Schaft der Annasäule ausgetauscht wurde. Der alte Säulenschaft wurde für das Portal der Kirche zur Ewigen Anbetung im Saggen wiederverwendet.

    Rechts unten auf der Postkarte sieht man die Signatur des Künstlers W. Kühn, welcher dieses stimmungsvolle und atmosphärisch so feinfühlige Kunstwerk geschaffen hat.

  2. Zur Entstehungszeit der Postkarte war noch die originale Madonna auf der Annasäule zu sehen. Die millionenfach fotografierte und bewunderte Annasäule, eigentlich eine Mariensäule, ziert ja seit 1956 eine kunstvolle Kopie aus den Händen des bekannten Bildhauers Franz Roilo von Pradl. Die alte Madonna befindet sich seither in einer Tiroler Klosterkirche.

  3. Neben dem Nikolausmarkt gab es in Innsbruck (und auch anderswo) noch den Thomasmarkt, der so eine Woche vor Weihnachten an der Stelle des Marktplatzterminals stattgefunden hat. Spätestens mit Installation dieser öden Öffihölle muß er verschwunden sein, ich glaub aber, er war schon ein paar Jahre früher nicht mehr da. Ich hab ihn aber noch anfangs der 70er Jahre erlebt, ehe die Christkindlmarktsitte wieder in der Altstadt Fuß faßte. Der Thomasmarkt ähnelte eher dem Brennermarkt, ohne Oberbekleidungsstandln. Gefiel mir Querkopf natürlich fast besser als der Glühweinozean ;-).

    1. Früher war der Thomastag am 21.Dezember (mit der Liturgiereform 1970 wurde er auf den 3. Juli verschoben), deshalb war der Thomasmarkt um den 21. herum (je nach Sonntag). Ich weiß noch wie man daheim erzählte, dass da ganz Pradl anzutreffen war, man musste einfach zum Thomasmarkt in die Stadt. Auch ich soll einmal mit meinem Papa dort gewesen sein, ich kann mich daran aber nicht mehr erinnern, meine Mutter sprach aber immer davon – das kann nur 1940 /41 gewesen sein, danach musste mein Vater ja einrücken.
      Ich glaube aber, dass die Marktstandln früher eher weiter heroben waren, also zwischen Fleischbankgebäude und Ursulinen, teilweise auf der Straße, und dass im Bereich der heutigen „öden Öffihölle“ bis zur Johanniskirche mehr der Viehmarkt stattfand, der ja bei den vor dem Krieg noch zahlreichen Innsbrucker Bauern auch notwendig war.

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