Der Bau der Nordtiroler Eisenbahn – Nächster Halt Schwaz
Nachdem uns das Rätsel im letzten Beitrag der Serie bereits in die richtige Gegend geführt hat, fahren wir nun endlich in den nächsten Bahnhof ein: den Bahnhof in Schwaz. Schwaz zählt zu jenen Stationen, die schon zur Eröffnung der Strecke bedient wurden, denn die Stadt war bereits damals ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt entlang der Inntalstrecke.
Im Erinnerungsalbum finden sich zu Schwaz folgende Zeilen:
„Am Fusse des Kellerjoches liegt der ansehnliche Markt Schwatz, dann links der Bahn das Dorf Vomp; weiter abwärts die Benedictiner-Abtei Fiecht, und den letzteren Hintergrund schliesst ein grosses, wildes, äusserst zerrissenes Kalkfelsengebirge, der Kaiser genannt. Die Station Schwatz ist gegenüber dem Markte Schwatz gelegen, und von diesem durch den Innfluss getrennt, über welchen eine hölzerne Jochbrücke führt, nahe am Fusse der Burg, an welcher das Stift Fiecht erbaut ist.“
Auf der Lithografie im Titelbild ist Schwaz gut erkennbar. Bei näherem Hinsehen drängt sich mir allerdings eine Frage auf: Soll das Gebäude im Vordergrund wirklich den Bahnhof darstellen? Wäre er dafür nicht etwas zu weit entfernt? Auch architektonisch wirkt das Gebäude nicht wie der Schwazer Bahnhof, zumindest nach meinem Eindruck, wobei ich damit durchaus auch falsch liegen könnte. Sicher ist jedenfalls, dass sich Schwaz seit dem Bau der Bahn gewaltig verändert hat. Aus dem Bahnhof „auf der grünen Wiese“ ist ein Bahnhof mitten im Siedlungsgebiet geworden.


In den 2000er-Jahren verlor die Station einiges an Ausstattung und Personal. 2008 wurde der Fahrdienstleiter abgezogen, wodurch der Bahnhof zeitweise den Ruf eines „Geisterbahnhofs“ erhielt. 2019 folgte schließlich ein umfassender Umbau. Entstanden ist ein moderner, barrierefreier Bahnhof mit neuen Bahnsteigen, Liften, einer großzügigen Unterführung und zeitgemäßer Infrastruktur.
Trotz der Modernisierung steht aber meines Wissens nach über all die Jahre unverändert das ursprüngliche Bahnhofsgebäude und zeugt von den frühen Tagen der Bahn.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Bi-k-652_19, KRNE-3053, KR-PL-3097)
Wieder ein lustiges Bild. Zwar um eine Haltestelle zurück – denn Stans hatten wir ja letzthin –
Aber doch sehr aufschlußreich.
Vom Stift Fiecht aufwärts ist gut der erste Teil des Wallfahrtsweges nach St Georgenberg zu erkennen, welcher dann oben, eben bei der „Burg“ (wo einst eine gestanden haben soll) in einer Kehre taleinwärts zieht.
Inntalabwärts ist wiederum Stans zu erkennen.
Rechts vom Bahnhof Schwaz sind die Türme von Spitalkirche und Pfarrkirche zu erkennen. Der Glockenturm südl. der Pfarrkirche wurde erst gegen 1910 errichtet. Seit einigen Jahren Schauplatz des spektakulären Absprungs der Küken und Ausgangspunkt der von der Polizei bestbewachten „Gänsesäger-Prozession“ hinuner zum Inn – meist so ungefähr zwischen Ostermontag und Muttertag. Aber das gehört ja nicht in eine Bildbeschreibung, ist ja nicht „da“.
Gut sieht man dafür die schlichte Fassade der Franziskanerkirche – und am Abhang rechts oberhalb Schloß Frundsberg.
Ausgangspunkt dieser von der Polizei best bewachten „Gänsesägerprozession“
Ich darf ergänzen:
Zwischen dem Turm der Stadtpfarrkirche und der Fassade der Franziskanerkirche ist weiter talabwärts der Turm der ehemaligen Augustinerinnen-Klosterkirche St.Martin erkennbar – einst ein sehr stigmatisierendes „Heim“ für „schwererziehbare Mädchen“ aus einfachen Kreisen. Offenbar ist inzwischen eine Namensänderung erfolgt, irgendwas mit „sozialpädagogisch“ und so…- bis zur nächsten Wahrheit.