Der Bau der Nordtiroler Eisenbahn – Nächster Halt Münster-Wiesing
Nachdem wir im letzten Beitrag der Serie Jenbach hinter uns gelassen haben, geht es nun weiter in Richtung Kufstein. Das Erinnerungsalbum beschreibt den Weg wie folgt:
„Hinter der Station Jenbach durchläuft die Bahn den zum Schlosse Thurnegg gehörenden Thiergarten, zieht dann unweit des auf einem erhöhten Plateau gelegenen Dorfes Wiesing, weiterhin an dem entfernteren Dorfe Münster vorbei“
Zur Eröffnung der Eisenbahnlinie war in Wiesing noch ein kleiner Halt vorgesehen, was sich aber schon im Jahr 1888 änderte. Doch erst seit 1920 trägt die Haltestelle den heutigen Namen, davor hieß sie einfach Zillerthal. Leider verfügen wir von der Haltestelle Münster-Wiesing über keine Aufnahme in unserer Sammlung. Dafür ziert diesen Beitrag ein Bild aus dem Jahr 1955. Es zeigt einen Zug, der unter der Wiesinger Steinbrücke hindurchfährt, welche sich unweit der damaligen Haltestelle befindet.

Auf der Panoramaaufnahme von Wiesing aus dem Jahr 1958 ist die 1941 erbaute Steinbrücke ebenfalls gut zu erkennen. Was mir aber auf den ersten Blick fehlt, ist die Bahntrasse, doch vielleicht werden da unsere Leser*innen fündig?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, KR-NE-10271, GoNe-018330)
Die Eisenbahnlinie befindet sich am linken Innufer und ist verdeckt durch eine Böschung.
…und wenn die Österreichische Karte 119 (BMN 2704 Schwaz) Recht hat, befindet sich der Bahnhof Münster-Wiesing im Wiesinger Ortsteil B r a d l .
Aber das wußten eh schon alle. Stimmts?
Der Ortsname Wiesing ist bajuwarischen Ursprungs und soll angeblich etymologisch nichts mit der Wiese zu tun haben. Kurioserweise hat sich der römische Begriff für „Wiese“ lediglich im Wort Bradl (wie in unserem Pradl oder dem Wiener Prater) erhalten. Der ursprüngliche Name der dort nachgewiesenen keltischen Siedlung ist wie so oft nicht überliefert.