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Denn Die Berge Lassen Sich Nicht Verrücken

Denn die Berge lassen sich nicht verrücken

„Die Stadt wird immer größer und menschenreicher. Der begrenzte, etwa 20 km2 weite Siedlungsboden muß bestens ausgenützt werden, denn die nahen Berge lassen sich nicht verrücken.“ Diese scharfsinnige und durchaus aktuelle Einschätzung ist mittlerweile 81 Jahre alt. Sie stammt aus dem Jänner 1940, als Ing. Hans Sporn einen „Vorentwurf zur Reichsbahnverlegung Innsbruck“ verfasste, der auf diesen Seiten unlängst erwähnt wurde.

Sporn war der Meinung, dass die derzeitige Trassenführung „dem Wachstume und Verkehr der Stadt hemmend im Wege“ stünde. Durch die Verlegung des Bahnhofs aufs freie Gelände zwischen Amras und Sill könnten 9 Übergänge und 2 Kilometer Bahnlänge eingespart werden, „während in den aufgelassenen Bahnhöfen und Stecken rund 1,000.000 m2 wertvollster Baugrund gewonnen werden“ könnte (gelb unterlegt). Die Auswirkungen der Geleise mitten durchs Ortszentrum von Amras (haarscharf an der Kirche vorbei) werden übrigens mit keinem Wort erläutert.

Diese Verlegung der Trasse würde „die schöne Stadt am Inn von allen städtebaulichen Schranken befreien“, so Sporn. Mit Ausnahme der eingangs erwähnten „nahen Berge“, natürlich. Aber für die werden sich irgendwann wohl auch noch Lösungen finden…

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Sehr erfreulich, sie haben das entdeckt, was für mich nicht mehr zugänglich war.
    Der Bahnhof zwischen Amras und Wilten ist allerdings etwas kleiner ausgefallen als in meiner Erinnerung; ich dürfte das mit dem Güterbahnhof verwechselt haben. Auf Amras hätte die Trasse jedoch wirklich „nachhaltige“ Auswirkungen gehabt.
    Was mit Igler und Stubaitalbahn passiert wäre, wäre auch interessant. Man hätte sie direkt in den Bahnhof einbinden können.

  2. Ich dachte in diesem Bereich war im 2den Weltkrieg eine Trasse der Bahn als Ersatzstrecke für Ausfall bei Bombentreffer der bestehenden Trasse?

    1. Vom Haller Bahnhof abzweigend, anscheinend dort wo heute das Gleis zum Retterweg abzweigt, existierte im 2.WK dann die Umgehungsbahn. Führte durch das heutige O-Dorf und die Rossau ca dahin, wo heute die Geyrstr. zum DEZ runter führt, und dann der Wiesengasse entlang bis zur Brennerbahn, wo sie ca auf der Höhe der heutigen Abzweigung zum Frachtenbahnhof in die Brennerbahn einmündete…
      Bei Thaur war ein Verschubbahnhof geplant, das Haus, welches so einzeln in der Gegend dort rumsteht, war anscheinend bereits die erste Vorleistung für die Bahnhofsmannschaft bzw. als Stellwerk gedacht.

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