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Das Bild Zum Tage

Das Bild zum Tage

passt irgendwie zum Wetter, oder?

Es fehlt an Licht, der Schnee kommt quer ins Bild und somit dürfte der Grund für die Aufnahme der kleine Zug am unteren Bildrand gewesen sein. Für die Train-Kolonie unter unseren Leser*innen ist es sicher sicher keine Schwierigkeit, diesen Zug samt Seriennummer der Lok zu benennen. Da die Familie auch am Achensee ein Haus hatte, wäre man versucht das Dampfross nach Jenbach zu verorten; aber gab es dort je diese städtische Architektur wie im Hintergrund?

Zum Bildautor Karl Brunner wird an dieser Stelle noch mehr erzählt werden. 1887 in Prag geboren, wurde er einige Jahre nachdem diese Aufnahme entstanden sein dürfte, zu einer wichtigen Figur der Innsbrucker Universitätsgeschichte. Bereits sein Vater Karl Brunner senior war seit 1902 Professor für Chemie in Innsbruck; hier dürfte Karl d.J. gerade das Gymnasium in Innsbruck abgeschlossen haben, als er in die unwirtliche Winterlandschaft hinausfotografierte.

(Sammlung Karl Brunner, zur Verfügung gestellt von Familie Nemec.)

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare
  1. Schnellschuss: es gab nur zwei Dampftramwaylinien, die Localbahn Innsbruck-Hall, spätere Linie 4, und die Mittelgebirgsbahn, spätere Linie 6. Eine von beiden sehen wir hier. Auf Grund der Allee im Vordergrund und der Villa im Hintergrund tippe ich auf die Localbahn auf einer der beiden Strecken mitten durch den Villensaggen. Das würde auch zeitlich passen, denn erst 1909 wurde die Linie elektrifiziert, und die Matura müsste der Fotograf der Beschreibung um 1905 gemacht haben, falls das damals gleich war wie heute. Zudem glaube ich, dass die Loks der Mittelgebirgsbahn einen größeren Kessel hatten.

    Mir scheint, der Zug fuhr für diese Wetterverhältnisse recht schnell, sonst wäre es nicht zu so einer Bewegungsunschärfe gekommen (vgl. auch die nur leicht bewegungsunscharfen Schneeflocken).
    Ein schönes Bild, auch wenn mir persönlich lieber wäre, der Fotograf hätte mit der Dampftram mitgeschwenkt, so dass diese scharf wäre und die Umgebung bewegungsunscharf. 🙂

  2. Ich hab einwenig Probleme mit der genauen Lokalisierung der Aufnahme anhand der Gebäude. Leider sind viele der Saggenvillen durch Aufstockungen und Modernisierungen komplett umgewandelt worden. Wobei in der von Herrn Roilo genannten Siebererstraße nur der kurze Abschnitt zwischen der Kaiserjägerstraße und der Falkstraße in Frage kommt, ehe die Bahn in die Falkstraße abbog. Ich bin mir nicht einmal ganz sicher, kommt sie von dort (60%) oder fährt sie dorthin (40%)?
    Ob die Bahn wirklich „gerast“ ist? Das dustere Winterwetter hat die Belichtungszeit sicher in die Länge gezogen. Die Abkürzung L.B.H.i.T. interpretierte der Volksmund mit „Langsam bin i halt im Tempo“, wie das Buch von Walter Kreutz verrät.

  3. Dass nur das Teilstück Kaiserjägerstraße – Falkstraße der Siebererstraße in Frage kommt war für mich eigentlich klar – eine Alternative wäre auch die Falkstraße selbst gewesen. Wenn die Eintragungen der Fahrspuren in den Plänen 1903 / 1907 stimmen, sehen wir hier die Südseite der Siebererstraße (das Gleis liegt an der Südseite der Straße!)
    Beim mittleren Haus habe ich mich auf Haus Nr. 4 festgelegt (Firstrichtung N – S, kleiner Firstwalm, Erker, li und re je ein Fenster!)
    Die Türme links und rechts schauen nicht mehr ganz gleich aus, aber es gibt sie noch! Demnach wäre der rechte Turm von der Kochstraße 1 (das Haus liegt schon an der Kaiserjägerstraße) der linke Turm von der Kochstraße 5 (dahinter wäre das größere Haus Kochstraße 10.
    Ich hoffe nun, dass ich nichts verwechselt habe – korrigieren Sie mich bitte!
    Die Localbahn Innsbruck-Hall i.T. fährt von der Falkstraße Richtung Karl Kapfererstraße (damals Chotek Allee) – da ich annehme, dass die Lok den Zug zieht, also vorne ist.

    1. Bei den Häusern links bin ich mir nun doch nicht mehr so sicher – irgendetwas passt da nicht, statt Kochstraße 5 eher 3, der Flucht nach – das hat aber jetzt keinen Turm mehr! Das Kochstraße 3 könnte hinter Siebererstraße 4 stehen, man sieht noch einen Knauf mit Windrose herausschauen! Ich lasse es jetzt, habe noch etwas anderes zu tun,!

    1. Danke für den Hinweis. Fuhr die ursprüngliche Lokalbahn eigentlich auch durch eine andere Gegend mit Villenbewuchs? Im Saggen paßt kein einziges Haus an der Strecke.

  4. Ich tu mich jetzt da wirklich schwer, gegen dieses Haus zu argumentieren, allerdings ist es das erste mir bekannte Bild, bei dem der Kessel in Richtung Hall schauen täte und nicht in Richtung Bergisel. Evtl hat man nach 1905 mal einen Zug zum HBF bzw Saggenlinie geführt, und dort wurde über das Wendedreieck in der Museumstraße die Lok verkehrt zurück geführt.
    Oder es erklärt sich die ungewöhnliche Unschärfe auch daraus, dass der Zug nicht am Foto selbst war, sondern eingefügt worden ist. In der Stadt war die Fahrgeschwindigkeit anfangs 10km/h. Nicht umsonst hieß es auch L.B.I.H.i.T. – „Langsam Bin Ich Halt im Tempo“. Auch wenn die Bewegungsunschärfe evtl durch eine lange Belichtung der damaligen Technologie schon verständlich wäre.

      1. Ja sorry hab es seitenverkehrt eingestellt. Jetzt repariert! Danke den Genau-Schauern.
        Es war leider kein für mich erkennbarer Hinweis auf die Richtung im Bild, und bei einem Stapel Glasnegative erkennt man manchmal erst beim dritten oder vierten Exemplar, wohin die Fotoemulsion beim scannen lugen muss.

  5. Dieses Glasplattennegativ wurde wohl seitenverkehrt eingescannt…..
    Das auffällige Türmchen links gehört zum Haus Kochstraße 1. Dieses Haus befindet sich in der Realität jedoch rechts vom in der Bildmitte befindlichen Haus Siebererstraße 4.

    Dadurch würde sich wohl auch die Beobachtung von Herrn Haisjackl erklären, dass der Kessel in die falsche Richtung schaut.

    1. Auweh – da haben sich nun Rechtschreibfehler eingeschlichen!!

      Die Verortung der weiteren Häuser (außer Kochstraße 1) wäre nun interessant – überlasse ich aber anderen!

      Und der Rauch / Dampf stimmt jetzt auch – das hat mich von Anfang an gestört und mich auch dazu gebracht die Haller nach Westen fahren zu lassen!

      Dass die Lokkessel immer zum Bergisel zeigen, habe ich nicht gewusst. Konnte mich aber beim Walter Kreutz davon überzeugen.

      1. Die Linie begann in Hall und endete am Bergisel, von Wien weg wurde durchkilometriert. Ich nehme an, das hatte auch den Einfluss, wo die Lokomotiven mit dem Kessel hinzeigte. Entsprechend zeigten die Igler Lokomotiven in Richtung Igls.
        Auf jeden Fall ein Foto mit seltenheitswert. In der Stadt gibt es recht wenig Fotos von der Dampflokomotiven außerhalb der Theresienstraße, bzw generell gibt es von der ursprünglichen Saggener Strecke (Chotek Allee, Sieberstr Falkstr, bzw später Saggengasse) wenig Fotos, die bekannt sind.

  6. So viele Häuser sieht man gar nicht, was das Rätsel ja auch schwerer machte. Neben dem in der Siebererstraße und dem heutzutage etwas umgeformten Haus Kochstr. 1 sieht man nur noch Turm und Dach des Nachbarhauses Kochstr. 3 und hinter der Nr. 1 das Haus Kaiserjägerstraße 14.

    Jetzt paßt auch der leicht hellere Lichtschein links im Bild zur für solche Aufhellungen zuständigen Richtung Süden.

    Aufnahmeort war dann das durch den langen Neubau ersetzte Haus Siebererstr. 3.

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