skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Cleo De Mérode, Teil 1

Cleo de Mérode, Teil 1

Aus der Sammlung Günter Sommer stammt die abgebildete, nicht gelaufene Postkarte auf der die französische Tänzerin und Schauspielerin Cleo de Mérode zu sehen ist. Die Aufnahme dürfte um 1900 herum in Paris entstanden sein. Cléopatre-Diane „Cleo“ de Mérode wurde am 27. September 1875 in Paris geboren wo sie dann im Alter von 91 Jahren am 17. Oktober 1966 verstarb. Sie war das uneheliche Kind der belgischen Baronin Vincentia de Mérode und des österreichischen Richters, Anwalts und Pioniers des Tourismus in Südtirol Theodor Christomannos, der in Innsbruck zuerst Medizin und danach Rechtswissenschaften studiert hatte.

Cleo de Mérode begann mit sieben Jahren eine Ballettausbildung an der Pariser Oper, wo sie dann bereits im zarten Alter von elf Jahren ihren ersten Vertrag erhielt und innerhalb kürzester Zeit zur Primaballerina avancierte. Es folgten zahlreiche umjubelte Auftritte als Tänzerin mit Gastspielen in New York, Hamburg, Berlin, etc. Aufgrund zahlreicher und sehr lukrativer Angebote verließ Cleo de Mérode die Oper und begann in den angesagtesten Varietés Europas aufzutreten. Im Jahr 1900 kreierte sie ihren berühmten Tanz «La Cambodgienne» und führte ihn an der Pariser Weltausstellung im Théâtre Indochinois auf. Sie tanzte aber auch für Kaiser Wilhelm II. und die kaiserliche Familie in Berlin. Der Erste Weltkrieg bremste ihre Karriere, erst ab 1920 trat sie wieder vermehrt auf. Da Cleo de Mérode zu diesem Zeitpunkt aber bereits über 40 Jahre alt war wurden ihre Tanzauftritte bald weniger, stattdessen übernahm sie vermehrt Theaterrollen.

Nicht nur ihr tänzerisches Talent, sondern auch ihre Schönheit verhalfen Cleo de Mérode zu großer Berühmtheit. Die sogenannte „Cléo-Frisur“ – das offen getragene, wallende Haar, das von einem Stirnreif zusammengehalten wurde  – war nicht nur ihr Markenzeichen, sondern wurde eifrig von vielen Damen kopiert. 1896 gewann die junge, begabte Tänzerin einen von der Zeitschrift L’Éclair veranstalteten Schönheitswettbewerb bei dem sie unter 131 „jolies actrices“ von den Lesern mit großer Mehrheit zur schönsten Frau gewählt wurde. Sie wurde von zahlreichen Männern bewundert und verehrt und es wurde ihr eine Affäre mit dem belgischen König Leopold II. nachgesagt.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer-52-180)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back To Top
×Close search
Suche