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Bitte Volltanken – Teil 1

Bitte volltanken – Teil 1

Bis um 1900 war es üblich, sich den Sprit in der Apotheke zu besorgen. Als Bertha Benz im Jahr 1888 bei der ersten Fernfahrt der Automobilgeschichte der Treibstoff ausging, besorgte sie sich in der Stadt-Apotheke in Wiesbaden zehn Liter Ligroin, eine Art Waschbenzin für die Reinigung von Kleidung.

Später konnte Sprit in anderen Verkaufsstellen, etwa Drogerien, Fahrradhandlungen oder Kolonialwarenläden gekauft werden. Als Kraftstoffbehälter dienten Kanister, alte Glaskaraffen oder ausgemusterte Milchkannen. Der Treibstoff wurde per Fuß aus dem Fass gepumpt.

Die erste Tanksäule, damals noch Benzinpumpe genannt, stand in Hamburg. Ihre Eröffnung im Jahr 1923 war eine Sensation.
Der erste Tankwart erzählte: „Alle waren begeistert von meiner neuen Benzinpumpe. Nun brauchten sie nur vorzufahren, ihre Wünsche zu äußern, sie wurden bedient, ohne daß sie überhaupt aus dem Wagen zu klettern brauchten. Bisher war es besonders für die großen Lastkraftwagen eine elende Schinderei, auf die engen Höfe zu fahren, um zu tanken. Mein Umsatz nahm eine nie erwartete Höhe an. Hatte ich bisher am Tage gegen 100 Liter verkauft, stieg jetzt der Umsatz auf 1000 Liter und mehr. Tag und Nacht hatte ich zu tun. In langen Reihen standen die Autos „Schlange“. Allerdings dauerte es nicht lange, und die Konkurrenz begann ebenfalls solche Benzinpumpen aufzustellen. Schon nach einem Vierteljahr gab es in meiner Gegend mehr als fünf solcher Benzinpumpen.“

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Sammlung Gottfried Newesely, GoNe-007778, August 1935)

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