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Betlehem In Innsbruck Und Hall

Betlehem in Innsbruck und Hall

Weihnachtskrippen im Juni ? ,,Das passt doch gar nicht !“, werden sich viele denken. Stimmt aber nicht, denn für die meisten KrippenfreundInnen ist das gesamte Jahr über ,,Krippenzeit“: Krippen und Figuren müssen rechtzeitig gebaut bzw. geschnitzt werden, um am Heiligen Abend fertig zu sein. Moos und andere Naturmaterialien für den Krippenberg werden ebenfalls das ganze Jahr über gesammelt.

Viele Krippen verdeutlichen das Bedürfnis der Menschen, sich das biblische Geschehen anzueignen, indem es in die eigene Heimat versetzt wird. Bei dieser Kastenkrippe aus Hötting ist im Hintergrund eine Ansicht der Stadt Innsbruck mit Goldenem Dachl, Stadtturm, Dom und der alten Höttinger Pfarrkirche zu erkennen. Etwas abseits befindet sich zudem eine Darstellung des Höttinger Bildes.

Bei der Innsbrucker Stadtkrippe ist der Heimatbezug etwas anders gelöst: Ein Engel hält das Wappen der Stadt Innsbruck in Händen.

Stadtkrippe, Figuren: Rupert Reindl, Stall: Hannes Hundegger (Entwurf), 1974

Der in Hall tätige Bildhauer Josef Bachlechner d. Ältere (1871-1923) war der Erste, der die Geburt Christi in die Tiroler Heimat versetzte und die mittelalterlichen Städte Tirols als Hintergrund für das Weihnachtsgeschehen verwendete. Von ihm selbst sind kaum Krippen erhalten, aber er hatte einige Schüler, die seine Ideen übernahmen. Einer von ihnen war Hans Lechner (1882-1972). Seine Krippe aus dem Tiroler Volkskunstmuseum zeigt die Geburt Christi vor der mittelalterlichen Kulisse der ehemaligen Salzstadt Hall: Man erkennt das Wahrzeichen der Stadt – den Münzerturm – die Burg Hasegg und das Karwendelgebirge.  

Krippe von Hans Lechner, Tiroler Volkskunstmuseum

(Autorin: Maria-Gracia Winkler)

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Sk-254; Ph-27099; Ph-25808)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Die Lechner Krippe ist ein komisches Richtungsdurcheinander. Die Nordkette kommt von rechts nach links in richtiger Reihenfolge daher, der Münzturm ist links vom Thaurer Schloß und Romedikirchl, aber der Zinnenturm steht richtig rechts des Münzturms (wenn der Bettelwurf als Hintergrund) und das Thaurer Schloß links vom Romedikirchl, wie es sich gehört. Spiegeln erzeugte nur neue Fehler. Als meiner Meinung absolutes No-go stünde dann der Josef links und die Maria rechts vom Christkind. Man sieht es schon auch in dieser umgekehrten Position, vielleicht kann ein Krippenfreund näheres zur richtigen Positionierung der Hl. Familie sagen.

    1. Ihre Frage hat mich jetzt grad auch interessiert, Herr Hirsch. Ich habe zwar eine Krippe, bin aber keine Spezialistin auf diesem Gebiet. Deshalb hier ein ergoogelter Hinweis zur Positionierung der Figuren:

      Jesus im Mittelpunkt
      Das Jesuskind liegt immer in der Mitte. Alle weiteren Figuren werden um die Futterkrippe herum positioniert. Dabei ist darauf zu achten, dass der Rücken des Kindes generell frei bleibt. Dort steht niemand. Keine Person und kein Tier.

      Die linke Seite – Maria, Ochse, Hirten und Schafe
      Maria sitzt oder kniet an der rechten Seite ihres Kindes. Vom Betrachter aus gesehen also LINKS. Hinter oder neben ihr steht der Ochse, der im Lukasevangelium eigentlich nicht vorkommt aber als koscheres Tier gilt und das Volk Israel respektive das Christentum symbolisiert. Von links, also auf der Seite der Maria, nähern sich die Hirten mit ihren Schafen. Sie repräsentieren die Gläubigen, die Opfertiere, Nahrung und Kleidung überbringen.

      Die rechte Seite – Josef, Esel, Heilige Drei Könige
      Josef steht auf der linken Seite des Jesuskindes, vom Betrachter aus gesehen also RECHTS. Neben Josef befindet sich der Esel, der im Lukasevangelium ebenfalls nicht erwähnt wird. Der Esel wird als unreines Tier interpretiert und symbolisiert die andersgläubigen oder auch heidnischen Völker. Daher werden auf der rechten Seite, meist mit ein wenig Abstand, auch die Heiligen Drei Könige aufgestellt. Caspar, Melchior und Balthasar sind die „Weisen aus dem Morgenland“, die Gold, Weihrauch und Myrrhe schenken. Mit der Jugend, der Lebensmitte und dem Alter sind sie einerseits Sinnbild für die unterschiedlichen Lebensstufen der Menschen, andererseits wird ihre Herkunft aus Afrika, Asien und Europa mit den damals bekannten drei Kontinenten in Verbindung gebracht. Da Melchior den Kontinent Europa und somit das Abendland vertritt, ist die Bezeichnung „Drei … aus dem Morgenland“ eigentlich nicht ganz korrekt.
      Quelle: https://www.lignoma.com/de/magazin/krippenfiguren-richtig-aufstellen/

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