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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Auf‘s Seelenheil In Pradl-Ost…

Auf‘s Seelenheil in Pradl-Ost…

…wurde natürlich auch nicht vergessen. Nachdem vor allem der Osten Pradls stark angewachsen war, wurde am 1. April 1950 in der Amthorstraße, im 1948 erbauten „Heim der werktätigen Jugend“ vulgo Lehrlingsheim, eine behelfsmäßige Notkapelle eingerichtet. Der erste Gottesdienst fand am Sonntag dem 24. April 1950 mit 25 Gläubigen statt.

Kaplan Fischer und Pfarrer Kröss bei der Messfeier in der Notkappelle.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-A-24403-1-2; Ph-A-24403-1-4)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Der „Wiltener“ Alfons Kröss war von 1933 bis 1964 Stadtpfarrer von Pradl, also 31 Jahre lang! Er führte die Pfarre Pradl somit auch durch die Wirren der Kriegszeit! Er war aus Südtirol (vom Ritten), 1884 geboren, 1971 verstorben. Ein großariger Mensch!!

  2. Da gerade wieder einmal dieser Beitrag bei mir aufgetaucht ist – nämlich die Pradler Notkirche in der Amthorstraße: Sie stand ganz am östlichen Ende dieser Straße (heute Nr. 59) am Dodlbichl, also am Rand des Schuttkegels der Sill. Heute ist hier eine Firma für Hausinstallationen.
    Wie richtig erwähnt, war das eigentlich das ‚Lehrlingsheim‘. Ich glaube, bin mir aber nicht ganz sicher (vielleicht weiß jemand mehr), dass das Heim auf einem ehemaligen Wasserbehälter (Zweck??) aufgebaut war – jedenfalls kann ich mich noch an den „Betonbunker“ mit den herausstehenden Flanschen von Wasserrohren erinnern, zu dem von der Egerdachstraße (direkt bei deren Krümmung) ein Weg hinaufführte.
    Später war hier die Weinkellerei Meraner.
    Der Dodlbichl war ja unser Rodlbichl, hier habe ich auch das Schifahren gelernt! Den Namen hat er vom Hof der Familie Dodl (Ecke Egerdachstraße / Pembaurstraße) einer der großen Landwirtschaften im ehemaligen Dorf Pradl.

    Am Bild sieht man links das Haus Kravoglstraße 18a in den „Heimstätten“, das Haus rechts hinter dem Auto (Marke??) dürfte das Haus Klappholzstraße 3 sein. Beide liegen schon ‚drunten‘ am Inntalboden.

    Westlich der damaligen Notkirche befindet sich jetzt der lange „Schlangenbau“ von Architekt Josef Lackner („Wohnanlage Amthorstraße“). Auf der freien Fläche nördlich davon (hier standen einst Barracken aus dem 1. Weltkrieg, in letzter Zeit wurde hier mit Wohnmobilen gehandelt) zwischen Pestalozzistraße und Egerdachstraße soll ja nun eine riesige Wohnanlage entstehen – möglicherweise hat man mit dem Bau schon begonnen (??)
    https://www.architekturwettbewerb.at/competition.php?id=2635
    https://www.zima-wettbewerb.net/

    1. Jaaa, Herr Roilo, da kann ich berichten: Bau begonnen, Keller E + 1 stehen seit einiger Zeit „vor sich hin“ – also momentan seit ca 1 – 2 Monate Ruhephase.
      (Manchmal treibt mich die Neugier halt hinüber, gell)

  3. Moment, „zu meiner Zeit“ (hi hii) war das ein Pfadfinder- heute würde man sagen: Club Lokal. Direkt neben dem – wie mich Herr Roilo aufgeklärt hat – Dodlbichl. Wie schon an anderer (Pfadfinder)Stelle dargelegt, war das im Winter ein brandgefährlicher Bichl zum Rodeln. Wer da ohne schweren Sturz durchgekommen ist, konnte sich glücklich schätzen.
    Aber Herr Roilo, sollten Sie das lesen, wiederhole ich hier meine Frage: der Dodlhof, befand sich der in der Pembaurstraße ? Ich bilde mir ein, auf Nr. 25 war nämlich (im Volksmund) das „Dodlhaus“, weiß aber nicht, ob ich richtig liege.

  4. Den Lesestellen vom 10.2.21 und 20.1.2024 (und den Bildern der damaligen „Notkirche Pradl – Ost ) möchte ich als einer der ersten Ministranten hinzufügen, dass durch Bischof Dr. P. Rusch dem im Bild gezeigten Kaplan O. Fischer der junge Priester Dr. J. Neubacher als Kooperator zur „Verstärkung“ beigestellt wurde. In kürzester Zeit war diese Notkirche an den Sonntagsgottesdiensten (u.a. wegen des damals doch ungewohnten Predigtstils) so überfüllt, – Zeitzeugen können dies bestätigen),dass viele nur noch draußen stehend teilnehmen konnten.

    1. Dr. Johannes Neubacher war ein Genie. Ich war selbst ab 1962 Ministrant in der Schutzengelkirche, wo er neben Pfarrer Ernst Brugger und Kooperator Oskar Pohler tätig war. Ein hochgebildeter intellektueller Mensch (wobei die Betonung auf „Mensch“ liegt), der mit seinen Mitmenschen immer auf Augenhöhe umging. Wie an anderer Stelle zur Schutzengelkirche schon erwähnt, gab es damals am Sonntag noch 6 oder gar 7 (!) Messen und wenn Dr. Neubacher in der „Familienmesse“ um 9.30 Uhr predigte, war die Kirche bis auf den letzten Stehplatz brechend voll. Dr. Neubacher band das „Publikum“ in seine Predigten voll ein und sprach mit den Kindern, wie ich es noch nie vorher (und auch danach nicht mehr) gehört hatte. Legendär auch seine Fahrten mit seiner blauen DS 50. Er fuhr nie schneller als Schritttempo (meistens zum Bierwirt auf ein Glasl), schaffte es aber bis zu einer Veranstaltung am Achensee, worauf bei uns Ministranten der Witz umging, er müsse wohl schon vor einer Woche losgefahren sein.
      Ich habe nie wieder so einen charismatischen Geistlichen getroffen – Ehre seinem Andenken.

      1. Dass Herr Dr. Neupacher eine charismatische Persönlichkeit war, der seine Zuhörer in unnachahmlicher Art fesseln konnte, ist unbestritten. Nicht nur einmal hörte ich den Satz: „wer predigt heute – der Neupacher – da geh ich hin“.
        Bei einer Zusammenkunft, entweder in der Schule oder als Ministrant (ich weiss es nicht mehr genau) hat er uns Buben die Sündhaftigkeit eines Bordells mit den Worten erklärt: „da könnte man ja genauso ein Haus bauen, in dem man straflos Menschen (bumm, bumm) erschiessen darf.
        Seit damals bis heute ist mir die Gleichstellung von Mord und Geschlechtsverkehr als Sünde durch Pfarrer Neupacher in übelster Erinnerung geblieben.
        Gott möge ihm verzeihen.

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