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Album Tiroler Landestheater 1939-1944, Teil 3: Die Nibelungen

Album Tiroler Landestheater 1939-1944, Teil 3: Die Nibelungen

Im 19. Jahrhundert kam es in Mode Stoffe aus der deutschen Vergangenheit, wie zum Beispiel das Nibelungenlied, aufzugreifen. Bekannt wurden vor allem Richard Wagners vierteiliger Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ und Friedrich Hebbels Drama „Die Nibelungen“, das den Untertitel „Ein deutsches Trauerspiel“ trägt. Hebbel verfasste das Stück, das in drei Abteilungen gegliedert ist, zwischen 1853 und 1860. Der erste Teil trägt den Titel „Der gehörnte Siegfried“, der zweite „Siegfrieds Tod“ und der dritte „Kriemhilds Rache“. Das umfangreiche Werk war dafür gedacht, an zwei Abenden aufgeführt zu werden.

Das Nibelungenlied und die darauf basierenden Bearbeitungen des Stoffs wurden vom Nationalsozialismus vereinnahmt: Der wohl bekannteste Begriff, der mit dem Nibelungenlied in Verbindung steht, ist die sogenannte „Nibelungentreue“. Am Tiroler Landestheater wurde Friedrich Hebbels „Der gehörnte Siegfried“ und „Siegfrieds Tod“ am 9. November 1940 erstmals im Rahmen einer „Feierstunde zum Gedenken des 9. November“ aufgeführt. In einem ausführlichen Artikel berichteten die Innsbrucker Nachrichten am 11. November 1940 von diesem Ereignis. Die an der Festlichkeit teilnehmenden Politiker und Militärs wurden gleich am Anfang des Artikels aufgezählt: „Das Tiroler Landestheater gab am Samstagabend den würdigen Rahmen für eine Feierstunde, die dem Gedenken des 9. November, den Gefallenen der Bewegung, der Toten des Weltkrieges und der Toten des gegenwärtigen deutschen Schicksalskampfes gewidmet war. An Stelle des dienstlich abwesenden Gauleiters nahm an der Feier der Stellvertretende Gauleiter Pg. Parson teil. Unter den zahlreichen Ehrengästen der Partei, der Wehrmacht, des Staates und der Gauhauptstadt waren Generalleutnant Doehla und Generalleutnant Waldenfels zugegen. Auf der mit dem Hoheitszeichen der Bewegung geschmückten Bühne waren die Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen aufgestellt. […]“

Elisabeth Fischer in ihrer Rolle als Kriemhild.

Siegfried Süßenguth, der auch in der Rolle des König Gunther auftrat, inszenierte das Drama in acht Bildern. Die Regieassistenz übernahm Sigfrid Färber, das Bühnenbild stammte von Hans Siegert. Siegfried Süßenguth trat, wie bereits erwähnt, als König Gunther auf, Anton Straka als Siegfried und Hanns Kurth als Hagen von Tronje. Kriemhild wurde von Elisabeth Fischer dargestellt, Brunhild von Berthe Waeber. In weiteren Rollen waren Kurt Lentz als Dankwart, Walter Jereb als Volker, Hermann Kellein als Giselher, Karl Hellmich als Gerenot, Othmar Fabro als Rumolt, Gisa Ott als Ute, Olga Erler-Muck als Frigga, Hans Birnstiel als Truchs und Albert Peychär als Wulf zu sehen.

Hanns Kurth in seiner Rolle als Hagen.
Kriemhild (Elisabeth Fischer) steht am Totenlager Siegfrieds (Anton Straka) zusammen mit Siegfries Mörder Hagen (Hanns Kurth).

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-A-994-256, Ph-A-994-252, Ph-A-994-257, Ph-A-994-264, Ph-A-994-267)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Das Gedenken des 9. November bezieht sich dabei auf den 9. November 1923, den sogenannten Hitlerputsch. Heute wird am 9. November der „Nuit de Cristal“ bzw. „Notte dei cristalli“ gedacht, der Name Kristallnacht wurde u.a. ins Englische, Französische, Italienische und viele andere Sprachen übernommen.

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