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Achtung Ansteckend!

Achtung ansteckend!

Abstandsregeln, Ausgangssperre, Absonderungsbescheid und Quarantäne – diese und andere Worte haben uns jetzt schon viel zu lange begleitet. Vor gut zwei Wochen jährte sich der erste harte Lockdown nun schon zum zweiten Mal. Und wie es weiter geht, das wissen leider weder wir noch die Viren.

Aber Seuchen sind natürlich keineswegs eine Erfindung des Jahres 2020, man denke an Pest, Cholera und wie sie alle heißen mögen, horribile dictu. Aber es muss auch nicht immer tödlich sein. Auch böse Ekzeme, arge Hautreizungen und beißende Ausschläge sind ganz und gar nicht spaßig, abgesehen davon, dass man nie wissen konnte, was sich dahinter verbarg – ich sage nur: Lepra und Pocken.

Wie das obige Bild belegt, richtete die Innsbrucker Stadtverwaltung deshalb bereits im 19. Jahrhundert offizielle Quarantäne-Stationen ein, die sogenannten „Städtischen Ausschlags-Stationen“, wie man am Schild über dem Fenster lesen kann. Ihre kompakte Größe ermöglichte es, in allen Teilen der Stadt solche Stationen zu errichten um einzelne Erkrankte möglichst schnell isolieren zu können.

Dass derartige Maßnahmen nicht immer auf ungeteilte Zustimmung der Erkrankten stießen, verdeutlicht der vor der Tür postierte Wachmann. Wo sich diese Station befunden hat und bis wann sie Bestand hatte, ist uns leider nicht bekannt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-11981)

Edit: Bei diesem Beitrag handelte es sich um einen Aprilscherz. Wie auch aus den Kommentaren hervorgeht, handelt es sich um ein sogenanntes Akzishäuschen an der Innsbruck Stadtgrenze, an dem für Waren ein Aufschlag (deshalb „Aufschlag-Station“) bezahlt werden musste. Das obige befand sich an der Gabelung Fallbachgasse/Weiherburgasse. Wie lange das Gebäude bestand, ist uns aber tatsächlich nicht bekannt.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare
  1. Heißt das nicht ‚Aufschlag…‘? Bei ‚Ausschlag…‘ müssten am Silbenende ein rundes und anschließend ein langes s stehen. Was für ein Tag ist heute gleich?
    Aber unter einer Aufschlagstation kann ich mir wenig vorstellen, vielleicht ein Preisaufschlag für irgendwas?

    1. Tennis! Damals war dieser Sport noch wirklich elitär und damit nicht HInz und Kunz sich einschleichen konnten, gab es strenge Kontrollen.

      1. Genialer Lösungsansatz! Auf der rückwärtigen Seite des Daches gab es sicher eine kleine Gaupe für den Umpire bzw. den Städtischen Aufschlagskontrolleur.

  2. NAchdem der nüchterne Alltag wieder hereingebrochen ist, bleibt immer noch das Rätsel. Obwohl mir die Lösung von Herrn Bürgschwentner als amtliche Tennisaufschlagsbewilligungsverschleißstelle so gefällt, daß es mir direkt leid tut, daß es nur ein Scherz war, ist noch unklar, was da die STadt amtlich beaufschlagt hat. Es heißt ja wirklich Aufschlag.

    Vielleicht wäre es auch hilfreich, wenn der Standort des Häuschens bekannt wäre? Es stand jedenfalls irgendwo, wo es bergauf geht, wie man leicht erkennen kann. Da die Uniform der Amtsperson doch noch in die K,u,k- oder K.u.k-nahe Zeit paßt, sollte sich das Städtische nicht auf Hötting oder Mühlau beziehen. Bliebe St. Nikolaus. Erkennt jemand das doch recht charakteristische Haus im Hintergrund wieder?
    https://postimg.cc/4YCCtjC9

    Im Papier-Google Fischnalerchronik hab ich nichts gefunden.

  3. Das haus rechts ist an der Bäckerbühlgasse. Meiner Meinung nach stand dieses Aufschlagshäuschen an der Gabelung Fallbachgasse/Weiherburgasse. Wurde für die Weiherburggasse Maut eingehoben?
    Rechts die Mauer gehört zum Friedhof St. Nikolaus

    1. Danke für den Hinweis, Herr Schönherr. Trotzdem bin ich mit der weiteren Verortung im Unklaren, obwohl man jetzt die Richtung zu diesem Haus recht gut einschätzen kann. Der linksseitigen Riedgasse entlang verlief jedenfalls in unmittelbarer Nähe die Grenze zum damals als selbstständige Ortschaft angenommenen Hötting. Vielleicht mußten die Höttinger damals wirklich eine Art Zoll bezahlen, so unvorstellbar das heute ist. Aber bei der Triumphpforte stand ja auch das Akzishäuschen um die Stadt vor den Wiltener Dumpingpreisen zu schätzen..

  4. Da wir nun bei den Akzishäuschen angelangt sind (und um ein solches wird es sich hier wohl handeln) und um bei den Kommentaren wieder etwas Schwung hineinzubringen: Wo gab es eigentlich solche Steuereinnahmequellen? Ich kenne das neben der Triumphpforte, eines am Beginn der Amraserstraße vor der Rhombergfabrik (heute Sillpark), bei der oberen Sillbrücke, in Mariahilf (wo?) und irgendwo in der Wiesengasse. Sicher hatten die Wiltener auch etwas derartiges vom Mittelgebirge / Wipptal her.

  5. Werte Herren! Sie haben mit dem Zweck des Häuschens und der Verortung natürlich völlig recht! Mehr Informationen habe ich im Moment leider nicht. Es scheint dies das einzige Foto in unserer Datenbank zu sein ohne nähere Informationen zur Zeit der Aufnahme. Das wäre wohl einmal ein Thema für einen zukünftigen Beitrag…

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