Zum Stettnerhof
Als Rätsel hatten wir ihn bereits, den Stettnerhof. Mit Kaufvertrag vom 24. Juli 1889 erwarb der Namensgebende Josef Stettner, zuvor Spezereihändler am Innrain, den über Innsbruck thronenden Hof, den man erreicht, wenn man hinter der alten Höttinger Kirche die extrem steile Steinbruchstraße bis zur Nr. 8 verfolgt. Im Jahr 1902 wird unter dem Namen „Zur Schönen Aussicht“ die Restauration am Stettnerhof beworben. Und wenn man sich das Titelbild ansieht, dann wird die Namensgebung auch sehr klar. Bald wurden noch Weinkeller, eine Gartenveranda hinzugefügt.
Zu einem größeren Umbau kam es 1925, als das Ehepaar Hugo und Maria Angermair den Betrieb übernahmen: Es kam zu einem Ausbau der Gartenanlage mit neuer Glasveranda. Wie die Werbebroschüre zeigt, muss es extrem schön gewesen sein hier zu sitzen:

Diese Broschüre entstand vermutlich Ende der 1920er-Jahre, da auf die baldige Fertigstellung der Höhenstraße verwiesen wird. Die Stilisierung als Ausflugsgasthaus auch für Gäste von außerhalb ist hier sicherlich gelungen. Ende der 1940er-Jahre wird, wohl aufgrund der steigenden Nachfrage, das Gebäude um ein Stockwerk erhöht, womit zusätzlich zur Privatwohnung der Betreiber und einer Wohnung für das Zimmermädchen auch 16 Fremdenzimmer zur Verfügung standen. Jedoch rund 10 Jahre später bahnte sich ein Ende des Gastbetriebs an: So wurde 1959 beispielsweise die Gartenveranda ein Atelier für den Künstler Helmut Millonig geplant. Im Laufe der 1960er-Jahre wurde das Gebäude schließlich endgültig zu einem Wohnhaus umgestaltet. Die Konzession der letzten Pächterin Maria Brandl wurde offiziell 1964 gelöscht.
Interessant ist, dass rund um den Gasthof in den Zeitungen kaum Skandälchen, Hoppalas oder lustige Geschichten auftauchen – trotz angepriesener Konzertabende, Silvesterfeiern oder Vereinsabende.
(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer 7-43, FW-UG-7)