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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Original Andreas-Hofer-Truppe

Die Original Andreas-Hofer-Truppe

Das Titelbild zeigt eine ungelaufene schwarz-weiß Postkarte, die von der Lübecker Lichtdruck-Anstalt Schmidt & Gebrüder Böttger herausgegeben wurde. Abgebildet ist eine achtköpfige Musikantengruppe, die „Original Andreas-Hofer-Truppe“ aus Tirol, bestehend aus fünf Männern und drei Frauen. Viel war über die Musikgruppe leider nicht herauszufinden. In dem folgenden kurzen Artikel in den Innsbrucker Nachrichten vom 27. Juni 1927 erfährt man aber zumindest, dass der Leiter der Gruppe Wilhelm hieß und rein optisch in seiner Bühnenkleidung ein „Andreas-Hofer-Typ“ war: „Die Andreas-Hofer-Truppe in Lindau. Aus Bregenz wird berichtet: Unter dem Motto „Ein Abend in Tirol“ tritt die Andreas-Hofer-Truppe (Direktor Wilhelm) nach zweijähriger Unterbrechung wieder in Lindau auf, wo sie am Mittwoch im „Seegarten“ ihr erstes sehr gut besuchtes Gastspiel gab. Ueber das erste Auftreten der Truppe schreibt das „Lindauer Tagblatt“: Die Truppe darf für sich in Anspruch nehmen, auf originellem Boden zu arbeiten und Tiroler Volksleben naturgetreu zu mimen. Das Stimmmaterial ist kräftig und ausgeprägt. Direktor Wilhelm selbst ist eine stämmige Andreas-Hofer-Gestalt und sein Spiel wie sein tiefer Baß von besonderer Wirkung. Das Programm war sehr reichhaltig.“

Vielleicht weiß jemand mehr über diese Musikgruppe, ihre Mitglieder und wie lange sie bestanden hat?

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-33901)

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  1. Wenn es sich um die Gruppe des Johann Wilhelm (beruflich BB Adjunkt) handelt: Den kannte ich – der wohnte Sonnenburgstraße 20/I. Natürlich damals schon ein alter Mann mit weißem Vollbart, der mit seiner (zweiten) Gattin durch den Hof zur Tramwayhaltestelle hinausging – oder vielleicht besuchten sie auch ihre zweite Tochter, die „drüben in der Fischergassn“ wohnte, die Wilhelmine Gräßl. Meine Mama kannte sie seit unserer Geburt – ihr Sohn Herbert ist ungefähr gleichzeitig mit mir zur Welt gekommen.
    Ja, und meine „Gewährsfrau“ im Hof, die alte Frau Rieder, wußte zu berichten, daß „der Wilhelm mit seine Kinder“ eine sehr bekannte Volkssängergruppe gewesen sei. Die erste Frau sei ihm jung verstorben, nach längerer schwerer Krankheit, und ihre jüngere Schwester habe sie gepflegt und um die Kinder und alles angenommen – und bald wurde diese jüngere Schwester seine zweite Ehefrau.
    In der ersten Hälfte der 60-er hieß es: „Die Sophie kimmt zruck – die Wilhelm-Sophie! De war in Berlin! Als Jodlerkönigin!! U n d beim Theater war sie aa!“
    Und Frau Rieder wußte auch zu erzählen, es sei einmal von der Andreas Hofer Straße ein Ehepaar in den Hof gekommen – „Deitsche waren’s“ – und hätten sie geragt, wo die Familie Wilhelm wohne… „Und des war nacha ihr Mäzen!“ behauptete Frau Rieder. Also: Er hat die junge Meisterjodlerin Sophie Wilhelm wohl unter Vertrag genommen. Sie war dann als „Jodlerkönigin Sophie Wilhelm“ bekannt.
    Im Alter hat sie, soviel ich mich erinnere, in der elterlichen Wohnung Sonnenburgstraße und später im Notburgaheim gewohnt.
    Die „Tiroler Nachtigall“ Sophie Wilhelm ist dort am 4.5.2000 im 95. Lebensjahr verstorben.
    Vielleicht hat sich bei den Nachkommen der Familie Grässl etwas vom Nachlaß erhalten?
    Aber – wie immer – ob alles stichhaltig ist, kann ich nicht beschwören. Ich habe es – wie immer – so niedergeschrieben, wie ich es in Erinnerung behalten habe.

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